Beim Verband Bernischer Landfrauenvereine (VBL) stehen im nächsten Jahr einschneidende Veränderungen an. Denn an der Delegiertenversammlung vom 14. April 2026 in Zweisimmen werden gleich fünf der neun Vorstandsmitglieder demissionieren. «Wir haben aber kein Puff untereinander!» Dies machte die Präsidentin Barbara Kunz am Mittwoch an der Präsidentinnenkonferenz in Zollikofen BE deutlich. Drei Frauen hören wegen Amtszeitbeschränkung auf, darunter sie selbst. Zwei weitere demissionieren aus familiären und beruflichen Gründen.

Neue Vorstandsmitglieder sind gesucht

«Wir suchen neue Vorstandsmitglieder! Streut das in euren Vereinen, benutzt euer Netzwerk und sprecht geeignete Frauen an!», forderte Barbara Kunz mit Nachdruck. Denn wie zu vernehmen war, gestaltet sich die Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern schwierig. Das ist mit ein Grund, weshalb die Statuten angepasst werden sollen. Momentan sehen diese sieben bis neun Vorstandsmitglieder vor. Neu sollen nur noch die drei Schlüsselpositionen Präsidium, Vizepräsidium sowie Vertretung der Bäuerinnen besetzt sein. Die Anzahl weiterer Sitze soll offengelassen werden. Als Wunsch sind jedoch gesamthaft fünf Sitze vorgesehen.

Das Bildungsjahr Hauswirtschaft bereitet Sorgen

Sorgen bereiten dem VBL auch das Bildungsjahr Hauswirtschaft (BJHW) sowie das Projekt Au-Pair Bern. Heuer absolvieren zehn junge Frauen das Zwischenjahr BJHW. Das reiche nicht ganz, um die Kosten zu decken, erklärte Barbara Kunz. Für den Beginn ab Sommer 2026 seien bislang gar nur fünf Anmeldungen eingegangen. Und: «Dennoch steht der Vorstand geschlossen hinter dem Angebot», erklärte die Präsidentin. Nun werde das Angebot überarbeitet.

Der Unterricht wird angepasst

Überprüft werde etwa, ob mehr allgemeinbildender Unterricht und mehr individuelle Förderung der einzelnen Schülerinnen einen Teil der Ausbildung im Bereich Hauswirtschaft ersetzen sollen. Während am BJHW festgehalten wird, hat der VBL beim Projekt Au-Pair Bern, das ein Zwischenjahr im Kanton Bern für welsche Jugendliche hätte darstellen sollen, den Stecker gezogen. Dies wegen fehlender Nachfrage. Das restliche Geld der von der Oekonomischen Gemeinnützigen Gesellschaft Bern (OGG) erhaltenen Anschubfinanzierung wird in die Rechnung des BJHW überführt. Dieses sei dadurch für die nächsten paar Jahre finanziell gesichert. Möglich sei künftig, dass interessierte welsche Jugendliche das BJHW absolvieren können.

Reisen, Weiterbildung und Ausflüge – das Jahresprogramm 2026 ist vielfältig

Einen gewichtigen Teil der Präsidentinnenkonferenz machte die Vorstellung des Jahresprogramms 2026 aus. Angeboten wird eine Vielfalt an Reisen, interessanten Kursen und spannenden Anlässen. Zudem bietet der Verband eine Wahlplattform für die Grossratswahlen im kommenden Jahr an. Diese steht kandidierenden VBL-Mitgliedern offen. Sie können auf der neu gestalteten VBL-Website ein Formular herunterladen und ausfüllen.

Referat zum wichtigen Frauennetzwerk

Für den zweiten Teil des Anlasses war Gabi Schürch als Referentin eingeladen. Sie ist Bäuerin FA, Vizepräsidentin beim Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes sowie Mitglied der Fachkommission Bäuerin beim VBL. Ihr Kurzreferat hielt sie zum Thema Frauennetzwerke und wie wichtig diese sind. «Als Einzelkämpferin wäre ich niemals dort, wo ich heute bin», erklärte sie. 

Das Landfrauennetzwerk gebe ihr Kraft, Wissen und das Gefühl, nicht alleine zu sein. Der Austausch über Herausforderungen, Erfahrungen, aber auch über Freude und Erfolgsmomente sei wichtig. Frauennetzwerke würden auch Türen öffnen, Sicherheit und Unterstützung geben. Und nicht zuletzt bringen Frauennetzwerke ein Gegengewicht zu männlich geprägten Strukturen, weiss Gabi Schürch. Kurzum: «Landfrauenpower ist unersetzlich!»