2025 wird deutlich besser: Das spürten die Bauern schon im Verlaufe des Jahres: bessere Erlöse beim Verkauf von Vieh, Milch und Schweinen, schöne Erträge im Ackerbau und Obstbau sowie volle Heustöcke und Silos mit viel gutem Raufutter. Es zeichne sich wirtschaftlich ein überdurchschnittlich gutes Landwirtschaftsjahr 2025 ab – bei allen Betriebstypen –, erklärte kürzlich Peter Estermann, Leiter Agrotreuhand Sursee. Auch der Schweizer Bauernverband freut sich aufgrund der provisorischen landwirtschaftlichen Gesamtrechnung für 2025, dass es nach drei Jahren Flop nun wieder gut komme, wie es in einer Medienmitteilung heisst.
2024 war besser als die Vorjahre – Auswertung zeigt deutliche Verbesserung
Die Auswertung der Buchhaltungsergebnisse 2024 von über 200 Zuger und Luzerner Landwirtschaftsbetrieben publizierte kürzlich die Agro Treuhand Sursee. Die Statistik erstellte Dominik Häfliger. Die Analysen auf 38 Seiten bieten eine Fülle von Vergleichszahlen, die nicht nur der Beratung dienen, sondern auch Tipps für die eigene Optimierung der Betriebsführung liefern. Unterstützt wird der jährliche Bericht denn auch von den Luzerner BBZN, dem LBBZ Schluechthof und dem Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband.
Die Zahlen zeigen, dass 2024 doch nicht so schlecht war. Sowohl die Erlöse (20’010 Fr./ha), wie auch der EBIT (5271 Fr./ha) und das Betriebsergebnis (3895 Fr./ha) waren – mit Ausnahme von 2020 (geringfügig höher) – die besten der letzten fünf Jahre.
Die landwirtschaftlichen Einkommen pro Betrieb lagen im Schnitt bei rund 91’000 Franken, wobei in den Bergzonen lediglich rund 55’000 Franken, in der Talzone hingegen fast 107’000 Franken erreicht wurden. Die Direktzahlungen machen bei den Talbetrieben zwischen 20 und 30 ha rund 63’000 Franken aus; bei den Bergbetrieben über 20 ha sind es rund 102’000 Franken.
Betriebsstrukturen im Wandel – Eigenkapital und Betriebsgrösse im Vergleich
Die ausgewerteten Betriebe werden laufend grösser: letztes Jahr wurden im Schnitt 23,3 ha LN bewirtschaftet und 51,6 Grossvieheinheiten (GVE) gehalten.
Die Aktiven und Passiven wurden auf den Betrieben im Schnitt mit fast 1,5 Mio Franken ausgewiesen; rund 635’000 Franken sind Eigenkapital – also rund 42 Prozent. Das ist leicht mehr als im Vorjahr (41 %), aber deutlich tiefer als 2022 (44 %).
Deutlich gestiegen sind in den letzten Jahren die Strukturkosten. Diese machten 2024 bei Talbetrieben rund 9’500 Fr./ha aus, bei Bergbetrieben 6’050 Fr./ha. Die grössten Treiber sind dabei die Angestelltenkosten, der Unterhalt von Maschinen sowie die Abschreibungen.
Milch, Schweine, Ackerbau – Ein gemischtes Jahr für einzelne Produktionszweige
Weiter zugelegt hat die Milchleistung pro GVE: auf 7016 kg in der Talzone und 4732 kg in den Bergzonen. Die höchsten vergleichbaren Deckungsbeiträge (VDB) wiesen Betriebe mit über 9000 kg Milchleistung aus, nämlich rund 5800 Fr./GVE. Bei jenen mit rund 6500 kg Leistung sind es rund 4200 Franken.
Zufrieden mit 2024 dürfen die Schweinehalter sein: Nach drei mageren Jahren lag der VDB bei hohen 3342 Fr. pro Muttersau. Und auch in der Schweinemast waren die Ergebnisse – nach 2020 – wieder einmal erfreulich, mit 1.20 Franken VDB pro kg Zuwachs.
Schlechte Ergebnisse gab es allerdings im Ackerbau: mit einem Deckungsbeitrag von lediglich 1108 Fr./ha beim Weizen, weniger als halb so viel wie in den Vorjahren. Ähnlich schlecht war auch Gerste mit einem DB von 1038 Fr./ha; und auch Raps lag mit einem DB von 1’625 Fr./ha deutlich unter den Erwartungen.