Zuckerrüben werden im Kanton Freiburg von 265 Bauern auf rund 1400 Hektaren angebaut. Martin Blaser, der in Granges-Paccot FR einen Ackerbau- und Milchwirtschaftsbetrieb führt, leitete die Generalversammlung 2026 in St-Aubin. In seinem Jahresbericht ging er auf die gute und grosse Ernte 2025 ein. «Den Zucker müssen wir hier in der Schweiz produzieren», sagte er. Und weiter: «Es ist immer noch möglich, mit Zuckerrüben gute Erträge zu erwirtschaften.» Blaser stellt auch eine positive und zuversichtliche Grundstimmung bei den freiburgischen Produzenten fest.

Gute Partnerschaft mit der Zuckerfabrik

Ein Thema seines Jahresberichts war der Stillstand der Zuckerfabrik Frauenfeld TG und die damit verbundenen Verzögerungen bei der Abfuhr der Rüben. «In einem Betrieb, in dem Produkte mit Erde, Sand und Steinen vermischt angeliefert und verarbeitet werden, kann es vorkommen, dass ein System ausfällt», sagte er. Die Partnerschaft der Rübenbauern mit der Zuckerfabrik sei gut, und das gegenseitige Verständnis und Vertrauen seien vorhanden. Das Thema Pflanzengesundheit streifte er mit dem Hinweis, dass Alessia Schorro von der kantonalen Pflanzenschutzfachstelle auch dieses Jahr Fungizid-Versuche und Flurbegehungen durchführen werde.

Die Rechnung ist nur dank Sponsoren positiv

Die statutarischen Geschäfte wurden alle im Sinne des Vorstandes angenommen. Die Rechnung, vorgestellt von Sekretär Joël Etter, schliesst dank Sponsorenbeiträgen positiv ab. Rechnung, Bilanz und Budget wurden einstimmig angenommen und dem Vorstand wurde Entlastung erteilt.

Nicolas Wermeille, Geschäftsführer der schweizerischen Zuckerrübenpflanzer SVZ-FSB, überbrachte eine Grussbotschaft des Präsidenten Martin Flury.

Oliver Nussli, CEO der Schweizer Zucker AG, sprach über die Grossernte 2025. Mit total 2.1 Mio Tonnen Zuckerrüben ist die noch laufende Kampagne rund 30% grösser als im Vorjahr. Das führt mit rund 96 Mio Franken auch zu viel höheren Auszahlungen an die Produzenten. Nussli rechnete vor, dass es im Durchschnitt einen Betrag von rund 5500 Franken pro Hektare Rüben ausmacht. Die grössere Zuckermenge zu vermarkten sei schwierig, da der internationale Zuckerpreis am Sinken sei; das belaste die Erfolgsrechnung von Schweizer Zucker.

Die Grossernte und der kollabierte Kalkofen in Frauenfeld

Oliver Nussli berichtete über den Ausfall der Fabrik in Frauenfeld. Der havarierte Kalkofen ist seit 1963 im Betrieb. Der 40 Meter hohe Turm ist eine Stahlkonstruktion und besteht aus 170 Tonnen Stahl und 230 Tonnen Schamott-Stein. Er wurde regelmässig richtig inspiziert und im Jahr 2023 für mehrere Hunderttausend Franken revidiert. Sein Ersatz war in der Investitionsliste für 2027 vorgesehen. Aber am 23. November 2025 bildeten sich im Ofen Risse in der Schamottierung, darum musste er sofort stillgelegt werden. Mit Behelfslösungen konnte der Betrieb in reduzierter Form wieder aufgenommen werden. Aber durch den Ausfall wurde die Rübenkampagne in der ganzen Schweiz gebremst.

Lukas Aebi, Leiter Rübenmanagement bei der Schweizer Zucker AG, ging auf die Produktionsformen ein. Er finde die Bemühungen für weniger PSM-Einsatz bei Zuckerrüben nicht gut; seiner Meinung nach würde das zu erheblich tieferen Zuckererträgen pro Fläche führen. Aebi rief dazu auf, den Selbstversorgungsgrad bei Zucker über 50% zu halten, damit die Swissness-Pflicht von mindestens 80% Schweizerzucker in verarbeiteten Produkten erreicht werde. Er sprach auch über die weltweite Zuckerproduktion; so würden etwa ausländische Hersteller wie Südzucker Verzichtsprämien auf nicht mehr produzierte Flächen bezahlen.

Lange Wartezeiten vor der Fabrik werden kritisiert

Ein Produzent reklamierte, dass er nach 72 km Anfahrt in Aarberg BE fast drei Stunden auf den Ablad warten musste. Aebi entschuldigte sich dafür und erklärte den Umstand mit dem beschränkten Platzangebot in Aarberg und damit, dass die Verantwortung der Transportplanung bei den Rübenringen liege. Die Anfuhr der Rüben über lange Distanzen wäre mit Lastwagen grundsätzlich wirtschaftlicher als mit Traktoren, aber die Feldwege sind dafür nicht gemacht, was zu Problemen oder sogar gefährlichen Situationen führen könnte.

Basile Cornamusaz von der Fachstelle Zuckerrüben ging in seinem Vortrag auf den Pflanzenschutz im Rübenfeld ein. Bei den Fungiziden empfahl er frühen Einsatz, Abwechslung und Kombination der Wirkstoffe. Das Saatgut-Beizmittel Buteo-Start habe zwar eine gute Wirkung, sei aber nicht mehr so absolut wirksam wie Gaucho. Im Sommer 2025 ist die Glasflügelzikade in der Region Avenches VD erst in der sechzehnten Woche eingeflogen. Das war ein möglicher Grund für die vielen gesunden Bestände. Flächen, die  nicht gegen Cercospora-Blattflecken behandelt wurden, wiesen 40–60 % Verluste auf. Cornamusaz verlangte darum Mittelfreigaben für die kommende Anbausaison.