«Dass bei der Ausscheidung von Gewässerräumen einfach grossräumig bestes Kulturland ausgeschieden wird, obwohl dieses meist in Privateigentum ist, ist unverständlich», betonte Bauern-Präsident Albin Fuchs an der Delegiertenversammlung der Schwyzer Bauernvereinigung. Er konnte in der Markthalle Rothenthurm SZ rund 150 Delegierte begrüssen. Aber nicht nur die Ausscheidung von Gewässerräumen beanspruche immer mehr Flächen: Umweltverbände forderten laut Albin Fuchs dauernd eine stärkere Extensivierung und mehr Biodiversitätsförderflächen, obwohl deren Anteil im Kanton Schwyz schon 22 Prozent beträgt.

«Ein Pfünderli für 99 Rappen – wer soll da noch etwas verdienen?»

Gleichzeitig beobachtet Albin Fuchs einen Trend zu immer günstigeren Lebensmitteln und damit eine fortschreitende Geringschätzung des Essens. «Ein Pfünderli für 99 Rappen – wer soll da noch etwas verdienen? Wir Schweizer geben nur noch 6,5 Prozent unseres Einkommens für Lebensmittel aus. Das steht im starken Widerspruch zu den Bemühungen der Schweizer Landwirtschaft, die Lebensmittel immer umweltfreundlicher, tiergerechter und klimafreundlicher zu produzieren.»

Gewässerräume von bis zu 100 Metern

Auch bei Franz Philipp, dem Geschäftsführer der Schwyzer Bauernvereinigung, stand und steht das Thema Kulturlandverlust infolge der Gewässerraum-Ausscheidung auf der Prioritätenliste weit oben: Im Kanton Schwyz hätten schon mehrere Gemeinden die Gewässerräume ausgeschieden. Franz Philipp forderte die Bauern auf, bei jedem Objekt genau hinzusehen. «Während die Gewässerraum-Ausscheidung in der Gemeinde Küssnacht wenig Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Bewirtschaftung hatte, sehen beispielsweise die Pläne in der Gemeinde Steinen vor, grossflächig bestes Land zu extensivieren.»

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Im Berggebiet sei vor allem der Schlüssel, wie die Gewässerräume berechnet werden, eine grosse Herausforderung. Die minimale Gewässerraumbreite mit der 2,5-fachen Breite der Gerinnesohle plus sieben Meter funktioniere im Flachland noch einigermassen. Hingegen hätten Bergbäche trotz geringer Wassermengen infolge früherer Starkniederschlags-Ereignisse meist eine sehr breite Gerinnesohle. «Man spricht in Schwyzer Bergtälern wie dem Alptal oder dem Muotathal von Gewässerraumbreiten von bis zu 100 Metern.»

Drei neue Vorstandsmitglieder

Um den fordernden Aufgaben auch zukünftig nachzukommen, stockte die Schwyzer Bauernvereinigung ihre Anzahl möglicher Vorstandsmitglieder mittels Statutenrevision von 16 auf 18 auf. Die beiden Vorstandsmitglieder Toni Bamert aus Tuggen und Gilg Reichmuth aus Schwyz, die beide rund 25 Jahre lang in der Schwyzer Bauernvereinigung mitarbeiteten, demissionierten. Für sie wurden einstimmig drei junge Kräfte in den Vorstand gewählt: Anita von Rickenbach aus Küssnacht, Kommissionsmitglied der Junglandwirte Zentralschweiz, der 32-jährige Meisterlandwirt Michael Schelbert aus Schwyz und Michael Hasler aus Schübelbach, der designierte Präsident der Schwyzer Viehvermarktungs AG.

Präsident Albin Fuchs aus Euthal stellte sich für weitere zwei Jahre zur Verfügung und wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Auch die Vorstandsmitglieder Edith Camenzind aus Gersau, Ruedi Fässler-Fässler aus Unteriberg, Daniel Imhof aus Schindellegi, Paul Marty-Schelbert aus Arth sowie Silvia Ott aus Gersau stellten sich für eine weitere Amtsdauer von vier Jahren zur Verfügung und wurden mit Applaus wiedergewählt.

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Ehrung für 20 ausgebildete Landwirtinnen und Landwirte

Erfreuliches vermeldete Bildungspräsident Benno Dillier. Im vergangenen Jahr hätten im Kanton Schwyz 14 Landwirtinnen und 27 Landwirte den eidgenössischen Fähigkeitsausweis erhalten. Der Frauenanteil sei damit in Schwyz so hoch wie in keinem anderen Kanton. Aktuell seien 92 Landwirte in Ausbildung, so viele wie noch nie. 

Für bereits 20 ausgebildete Jungbäuerinnen und Jungbauern wurde der Lehrbetrieb von Familie Linggi-Wyrsch aus Oberarth geehrt. Und zwölf Personen wurden an der Delegiertenversammlung für ihre höhere Berufsbildung wie Meisterlandwirt oder Agro-Techniker ausgezeichnet (Kasten).

Ehrungen an der DV 
 
Agro-Technikerin: Martina Steiner, Steinen
Meisterlandwirte: Pascal Abegg, Steinerberg; Reto Appert, Steinen; Ursula Arnold, Küssnacht; Josef Beeler, Sattel; Beat Büeler, Ibach; Jonas Lagler, Steinen; Andreas Reichmuth, Schwyz; Michael Schelbert, Schwyz; Michael Stutzer, Küssnacht; Samuel Suter, Stoos; Ueli Wiget, Rickenbach.