Reto Schwab ist Geschäftsführer der M. + R. Schwab AG in Siselen, besser bekannt als Randen Schwab. Wie der Name verrät, verarbeitet der Betrieb Randen. Was in den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts als Agrar-Handels-Unternehmen begann, hat sich mit der Zeit zu einem unabhängigen Verarbeitungszentrum für Randen entwickelt. 1962 wurde mit der Herstellung von Randensalat begonnen. Dies war ursprünglich ein kleiner Geschäftszweig. Mittlerweile habe sich die Randensalat-Produktion zum Kerngeschäft der Firma entwickelt, die nach wie vor im Besitz von Familie Schwab ist, verrät die Firmenwebsite. Momentan herrscht Hochsaison im Betrieb. Dennoch hat sich Reto Schwab Zeit genommen, ein paar Fragen zu beantworten.
Reto Schwab, wie ist die Saison gestartet?
Reto Schwab: Die Saison ist insgesamt erfreulich gestartet. Wir konnten früh mit der Ernte beginnen und die Witterungsbedingungen waren bisher sehr günstig.[IMG 3]
Sind Sie mit der Qualität der Rohware bislang zufrieden?
Ja, wir sind sehr zufrieden. Die Knollen sind gut ausgefärbt, aromatisch und weisen eine solide Grösse auf.
Woher stammt das angelieferte Gemüse?
Vor allem aus dem Berner Seeland und weiteren Regionen des Mittellandes.
«Am beliebtesten sind gedämpfte Randenknollen.»
Reto Schwab über das meistgekaufte Produkt des Sortiments.
Welche Anforderungen an das Gemüse müssen Ihre Lieferanten erfüllen?
Wir orientieren uns an den Qualitätsnormen der Branche. Wichtig sind auch die entsprechenden Zertifizierungen wie Suisse Garantie, IP-Suisse oder Bio.
Wie hoch ist die Menge der roten Knollen, die Sie jährlich verarbeiten?
Wir verarbeiten pro Jahr mehrere hundert Tonnen Randen.
Wie viele Mitarbeitende beschäftigen Sie in Ihrem Betrieb?
Das ist saisonal sehr unterschiedlich und schwankt zwischen zehn und 20 Personen.
Sind die meisten Saisonstellen?
Ja, ein bedeutender Teil der Belegschaft arbeitet saisonal, insbesondere während der Ernte- und Verarbeitungsphasen.
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Wie unterscheiden sich die Arbeiten in ihrem Betrieb im Winter von denjenigen im Sommer?
Wir verarbeiten ganzjährig, deshalb unterscheiden sich die Arbeiten nicht allzu gross. Im Sommer gibt es jeweils einen kurzen Produktionsunterbruch für Revisions- beziehungsweise Unterhaltsarbeiten.
Auf Ihrer Website heisst es, Ihre Firma sei das einzige Unternehmen, das sich auf die Verwertung von Randen spezialisiert habe. Was ist der Grund, dass sich sonst niemand darauf spezialisiert hat?
Es gibt einige Mitbewerber, die auch Randen verarbeiten. Mit unseren Tochterfirmen wie etwa der Rudolf Moser AG produzieren wir mittlerweile auch zahlreiche andere Produkte. So etwa feine Vermicelles oder auch Randenchips.
Sie bieten Randen in unterschiedlichen Varianten an, gedämpft, gewürfelt, als fertigen Salat oder eben auch als Chips. Welches ist Ihr meistverkauftes Randenprodukt?
Am beliebtesten sind unsere gedämpften Randenknollen.
«Wir verarbeiten mehrere 100 Tonnen Randen.»
Dieser Wert beziehe sich auf die jährliche Verarbeitung, erklärt der Geschäftsführer.
Können Sie beziffern, wie hoch der Anteil des meistverkauften Produktes, gemessen an der gesamten Produktion, ist?
Das schwankt jährlich, stark beeinflusst durch Aktionen oder sonstige Aktivitäten der Kunden.
Welchen Stellenwert geniesst die Rande aus Ihrer Sicht in der Bevölkerung?
Die Rande gewinnt zunehmend an Popularität – viele schätzen ihre Natürlichkeit, den Nährwert und die vielseitige Verwendung.
Welchen Stellenwert hat die Rande in Ihrer eigenen Ernährung?
Ich esse sehr gerne Randen und deutlich häufiger als der Durchschnitt.
Oftmals kennt man Randen in Form von Salat. Doch es gäbe zahlreiche weitere Zubereitungsmöglichkeiten. Wie essen Sie persönlich Randen am liebsten?
Am liebsten mag ich sie schlicht: gedämpft, mit etwas Salz, Pfeffer und einem Spritzer Apfelessig.
Rezept Randenstock mit Meerrettich
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Für 4 Personen
Zutaten
800 g mehligkochende Kartoffeln, geschält, in Würfeln
200 g Randen, geschält, in Würfeln
1 dl Vollrahm, heiss
20 g Butter
0,5 dl Randensaft
½ TL Salz
Muskatnuss
Frischer Meerrettich
Zubereitung
Kartoffeln und Randen in siedendem Salzwasser 25 bis 30 Minuten weich kochen. 1/3 der Randen herausnehmen, für die Garnitur beiseitelegen. Kartoffeln und restliche Randen abgiessen, durchs Passevite treiben. Mit Rahm, Butter und Randensaft zu einem luftigen Stock mischen, würzen. Stock anrichten, mit Randenscheibchen garnieren. Meerrettich darüber reiben oder hobeln.
Quelle: www.gemuese.ch