Seit 2013 bewirtschaftet Michael Kipfer seinen Hof am Südhang des Bantigers regenerativ. Leichte Traktoren und Maschinen kommen nur bei trockenem Boden zum Einsatz, zapfwellengetriebene Geräte werden, wo möglich, vermieden. 

Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli eröffnete die Preisverleihung des Grand Prix Bio Suisse mit einem Darwin-Zitat: «Was gegen die Natur ist, wird auf Dauer keinen Bestand haben.» Der seit 20 Jahren jährlich vergebene Preis würdigt besondere Beiträge zur Weiterentwicklung des Biolandbaus.

Jury-Präsidentin Madeleine Kaufmann erklärte, warum der Preis in diesem Jahr an Michael Kipfer geht. Durch den Anbau von Dammkulturen und mit dem Einsatz der Pflanzenkohle werde sein Boden widerstandsfähiger. «Der Boden ist die Grundlage allen Lebens», sagte sie dazu. Das Wissen darüber so zu vermitteln, wie es Kipfer macht, sei ein weiterer wichtiger Aspekt für dessen Wahl.

Er setzt auf Pflanzenkohle und Dammkulturen

Mit der Produktion von Pflanzenkohle durch eine Pyrolyse-Heizung und deren Einsatz im Stall leistet Michael Kipfer Pionierarbeit in diesem Bereich. Sein Ziel ist es, ein Kilogramm Pflanzenkohle pro Quadratmeter LN auszubringen, was mit den anfallenden Mengen in etwa dreissig Jahren erreicht sein wird. Das soll einen messbaren Humusaufbau in seinen Böden bewirken. 

Mit Dammkulturen im Ackerbau baut er Getreide und Hülsenfrüchte an. Kipfer setzt den Dammpflug ein und setzt in der Bodenbearbeitung möglichst wenig zapfwellengetriebene Geräte ein. Dadurch schon er seine Böden. Gleichzeitig ermöglicht dies ein besseres Wasserrückhaltevermögen und eine höhere biologische Aktivität des Bodens.

Bei Betriebsführungen gibt er sein Wissen weiter

Rund zwanzig Betriebsführungen pro Jahr finden auf dem Biohofacker statt. Dabei gibt Michael Kipfer sein Wissen an andere Bauern und Berufskollegen weiter. Die Führung beginnt beim Modell des neuen Pyrolyseofens Pyro-Heat. Dieser wurde im Rahmen der Preisverleihung von Stephan Gutzwiller, dem Hersteller der Anlage, vorgestellt. Seit fünf Jahren heizt Michael Kipfer schon mit dem Vorgängermodell und produziert damit pro Jahr rund sechs Tonnen Pflanzenkohle. Das Preisgeld von 10 000 Franken wird Michael Kipfer in den neuen Ofen investieren.

Verkohlung von Holzschnitzeln sei eine sehr gute Möglichkeit, um CO₂ nachhaltig im Boden zu binden, sagte Ofenhersteller Gutzwiller: «Die Pyrolyse von Holz ergibt zwar weniger Wärmeenergie als das Verbrennen, aber dafür zusätzlich wertvolle Pflanzenkohle.» Ideal sei eine Anlage pro Bauernhof, die den Bedarf an Wärme und Pflanzenkohle abdecken könne. Die Kohle wird fein vermahlen und angefeuchtet und zusammen mit effektiven Mikroorganismen und Biolit im Stall eingesetzt. Der Einsatz erfolgt als Einstreu und als Futterergänzung. Die Pflanzenkohle bindet CO₂ nachhaltig, verbessert im Boden das Wasserspeichervermögen und hilft beim Aufbau von stabilen Humusstrukturen.

Mist bleibt ein zusätzliches Jahr auf dem Mistplatz

Michael Kipfer lagert seinen Stapelmist ein zusätzliches Jahr lang auf dem Mistplatz. So erfolgt eine kompostähnliche Teilrotte. Den Mist verteilt er ausschliesslich in stehende Gründüngungen. Dort werden die Nährstoffe wieder in organische Substanz umgewandelt, bevor die Gründüngerpflanzen gemulcht und als Bakterienfutter mit dem Dammpflug in den Boden eingearbeitet werden. 

Auf dem Feld stand der Traktor mit der Damm-Maschine. Konstrukteur Stefan Rohrbach erklärte die Funktion und Arbeitsweise des kombinierbaren Geräts. Wahlweise kann es mit verschiedenen Anbauteilen vom Dammpflug über die Damm-Sämaschine bis zum Damm-Hackgerät umgebaut werden.

Die Braugerste wächst üppig auf den Dämmen

Die Maschine ist massiv gebaut und doch so leicht, dass sie auch an einem kleineren Traktor angehängt werden kann. Alle Wechselteile daran sind mit Bolzen schnell an- und abbaubar. Die Maschine funktioniert nicht nur im flachen Land, denn das Braugerste-Feld von Michael Kipfer weist eine recht starke Hanglage auf.

Die Braugerste steht dicht in weiten Reihen auf den Dämmen. Simon Jöhr, Bodenfachmann am Inforama, erklärte anhand der Spatenprobe die Beschaffenheit und den Zustand des Bodens. Die Dämme verhindern in trockenen Phasen das Austrocknen. In nassen Zeiten verbessern sie das Versickern des Regenwassers. Da eine hohe biologische Aktivität stattfindet, sieht man von den eingearbeiteten Pflanzenresten nicht mehr viel. Jöhr erklärte die Krümelstruktur und zeigte, dass auf diesem Feld eine ausgezeichnete Krümelqualität vorhanden ist dementsprechend ist die Braugerste üppig und sehr gesund.

Website von Michael Kipfer