Der Name Plattenbach ist vor allem in der Viehzuchtszene ein Begriff. Das Präfix Plattenbach BS und damit auch der Muotathaler Zuchtbetrieb erlangten insbesondere durch die bekannte Schaukuh Plattenbach BS Glenny Gina grosse Bekanntheit. Sie wurde an der Swiss Expo 2020 sowohl Championne als auch Schöneuter-Championne.

Mit zwei Hektaren Wiesland gestartet

Plattenbach ist aber auch der Name des Landwirtschaftsbetriebs der Familie Andrea und Peter Betschart, der sonnseitig etwas oberhalb des Dorfes Muotathal SZ liegt. Peter Betschart übernahm im Jahr 1989 den damals nur zwei Hektaren grossen Hof von seinem Vater. Zusammen mit seiner Frau Andrea und den vier Kindern entwickelte er den Kleinbetrieb bis heute zu einem stattlichen landwirtschaftlichen Unternehmen. 

Ein entscheidender Schritt für die Betriebsentwicklung war die Übernahme der Alp Lipplisbüel im Jahr 1990 und der dort im Jahr 2007 realisierte Neubau des Alpgebäudes mit einer modernen Käserei und Alpwirtschaft sowie eines neuen Stalles. Die Alp liegt am Fusse des Kinzigpasses auf 1235 m ü. M. Zwischen Mitte Mai und Mitte September sömmert die Familie Betschart um die 25 Milchkühe, 15 Stück Jungvieh, 35 Ziegen und 60 Schweine.

Ein grosses Sortiment an Alpprodukten

Andrea und Peter Betschart verarbeiten heute in ihrer Alpkäserei nicht nur ihre eigene Milch, sondern auch die von vier anderen Alpen. Pro Sommer wird so aus rund 130 000 Litern Kuhmilch eine grosse Palette von Alpprodukten hergestellt. Grosser Beliebtheit erfreuen sich auch die ebenfalls produzierten 1,5 Tonnen Ziegenkäse. Die Familie Betschart baute ihr Sortiment an Milchprodukten in den letzten 18 Jahren laufend aus. Heute werden rund zehn Sorten Käse, verschiedene Jogurts, Fonduemischungen und weitere Milchprodukte angeboten.

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Hofeigene Käserei im Tal

Alle Produkte werden von Andrea und Peter Betschart selber produziert, abgepackt und vermarktet. Einerseits im eigenen Alprestaurant Lipplisbüel und dem Hofladen, andererseits aber auch an Märkten wie dem bekannten Muotathaler Alpkäsemarkt und über 30 Wiederverkäufer in der Zentralschweiz. «Bei uns im Muotathal ist das Verkaufspotenzial für Alpkäse überschaubar, jeder hat in seiner Verwandtschaft jemanden, der Alpkäse verkaufen möchte», so Andrea Betschart. Seit rund zehn Jahren produziert die engagierte Bäuerin in der hofeigenen Käserei auch über die Wintermonate verschiedene Milchprodukte.

Den Nachbarbetrieb kaufen können

Während es auf dem Alpbetrieb und in der Milchverarbeitung in den vergangenen 35 Jahren stetig vorwärts ging, stockte die Entwicklung auf dem Talbetrieb Plattenbach lange Zeit. Die grossen und schweren Brown-Swiss-Kühe wurden im alten und arbeitsintensiven Anbindestall gehalten. Bei der Planung eines neuen Stalles kam bei der Familie Betschart schnell Ernüchterung auf: «Wegen unserer kleinen Betriebsfläche im Tal, und da uns weiter entfernte Flächen nicht angerechnet wurden, hätten wir nur für 15 Kühe bauen können», erinnert sich Peter Betschart. 

Da im Muotathal kaum Pachtland verfügbar war, schien die Situation aussichtslos. Doch es kam anders: «Unverhofft bot mir 2022 unser Nachbar an, seine sieben Hektaren grosse Liegenschaft zu kaufen», so Peter Betschart. Daraufhin ging es plötzlich schnell. Der Kaufvertrag wurde abgeschlossen und die Planung für einen neuen Laufstall in Angriff genommen. Dank guter Unternehmern, viel Eigenleistung und der grossen Unterstützung von Verwandten und Bekannten wurde innerhalb von acht Monaten ein Neubau mit 44 Kuh-Liegeboxen und für rund 35 Stück Jungvieh realisiert.

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Jährlich 70 Abkalbungen

«Uns war es wichtig, dass die Tiere viel Platz haben, der Laufgang zwischen Liegeboxen und Fressachse ist darum überdurchschnittlich breit», erklärt Sohn Daniel Betschart. Er führt den Betrieb seit fünf Jahren mit seinen Eltern in einer Generationengemeinschaft. Grund für das zusätzliche Platzangebot sind die immer wieder neuen Tiere, die in die Plattenbach-Herde integriert werden. 

Daniel Betschart ist nicht nur ein begeisterter Viehzüchter, er handelt auch mit Zucht- und Nutztieren. «Ich kaufe vor allem gerne trächtige Rinder. Diese lasse ich abkalben und verkaufe sie dann vielfach wieder weiter. Letztes Jahr hatten wir so um die 70 Abkalbungen», erklärt der 32-Jährige.

Seit Jugendjahren ein begeisterter Küher

Daniel Betschart ist auf dem Betrieb für den Futterbau und die Tierbetreuung zuständig. Er lebt zusammen mit seiner Partnerin und vier Kindern in einem denkmalgeschützten Wohnhaus unweit des neuen Stalls. Betschart war schon seit jeher ein begeisterter Küher. Schon während seiner Lehre auf einem Bündner Zuchtbetrieb kaufte er sein erstes Rind. Und auch Sesam Barla, die Mutter der bekannten Schausiegerin Plattenbach BS Glenny Gina, kaufte er bereits in seiner Ausbildungszeit. Mit der exzellent 95 eingestuften Gina wurde intensiv gezüchtet. Die bekannteste ihrer rund 15 Töchter ist Plattenbach BS Glenwood Gabi, welche kürzlich an der 1. Zentralschweizer Braunviehschau Vize-Miss wurde.

Auktion mit 40 Stück Vieh

Nachkommen aus der Kuhfamilie von Glenny Gina sind auch unter den rund 40 Angeboten der Zucht- und Nutzviehauktion vom 14. März zu finden, die Familie Betschart auf ihrem Betrieb organisiert (hier gehts zur Webseite mit Katalog). Dieser Verkaufsanlass findet am Abend statt, am Nachmittag geht eine Maschinenversteigerung über die Bühne. Die Stalltüren und die Festwirtschaft sind während des ganzen Wochenendes, also am 14. und 15. März, geöffnet.