Das Pflanzgut der Frühkartoffeln wäre bereit für den Boden. Ab Mitte bis Ende Februar ist für diese Kultur das ideale Pflanzfenster. Doch davon kann momentan aufgrund des nassen Wetters noch gar nicht die Rede sein, wie Bruno Christen von Seeland Bio erklärt.
Einen Vorsprung erzielen durch Vorkeimen
Das Unternehmen mit Sitz in Ried bei Kerzers BE keimt seine zwei Frühkartoffelsorten Agata und Acoustic sechs bis acht Wochen vor dem Pflanztermin in Vorkeimkisten vor.
Eine von mehreren Chargen wurde bereits mithilfe ständiger Beleuchtung und Wärme vorgekeimt. Dies bezweckt die Bildung der Stolonen, also der Keime, was der Kartoffelpflanze einen Vorsprung in ihrem natürlichen Entwicklungsstadium geben soll.
Einmal in die Erde eingepflanzt, ist die Knolle somit robuster gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Zudem ist sie so früher erntereif.
Der Prozess wird gerade umgekehrt
Für Saatgut, das aufgrund der derzeit schlechten Witterungsverhältnisse voraussichtlich später in den Boden kommt, wird der Prozess gerade umgekehrt. Das heisst: Lagern im dunklen Kühlraum.
Der diversifizierte Gemüsebaubetrieb mit eigener Wäscherei und Packerei verändert seine Anbaufläche für Frühkartoffeln in der Regel nicht – sie beträgt im Durchschnitt 1,5 bis 2 Hektaren. Die erntefrischen Knollen werden zusammen mit weiteren Früchten und Gemüsen an lokale Marktfahrer oder die Migros verkauft.
Aufgrund der üppigen Ernte 2025 braucht es weniger Frühware
Die Vereinigung der Schweizer Kartoffelproduzenten (VSKP) hat auf Anfrage noch keine verfügbaren Zahlen zur Frühkartoffel-Anbaufläche liefern können. Die VSKP geht allerdings davon aus, dass die diesjährigen Frühkartoffelflächen im Speise- und Chipssegment als Reaktion auf die hohe Erntemenge im Herbst reduziert werden.
«Die Lager sind noch ausreichend gefüllt, sodass es weniger Frühware braucht», so Geschäftsführerin Lara Stramler. Auch die Schweizerische Zentralstelle für Gemüsebau und Spezialkulturen (SZG) hat zurzeit noch keine konkreten Zahlen zur diesjährigen Anbaufläche. Die SZG koordiniert die nationale Meldestelle für die Frühkartoffel-Anbaufläche.