Der Kanton Aargau habe sich zum Ziel gesetzt, bis im Jahr 2030 die Ammoniakemissionen aus der Tierhaltung bei gleichbleibendem Tierbestand um 15 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2019 zu reduzieren, heisst es in einer Mitteilung von Landwirtschaft Aargau. Dieses Ziel soll primär mit technischen, baulichen und betrieblichen Massnahmen bei der Tierhaltung (inklusive Fütterungsmassnahmen) und dem Hofdüngermanagement erreicht werden. Dazu wurden im Rahmen des Massnahmenplans Ammoniak insgesamt 11 Massnahmen definiert, welche zum Teil von Kanton und Bund finanziell unterstützt werden.

Gülle dringt besser in den Boden ein

Eine der effizientesten Massnahmen sei das Ausbringen der Gülle mit Schleppschuh respektive das Gülledrillverfahren (siehe auch BauernZeitung vom 20. Februar). Hierbei sei gegenüber dem obligatorischen Schleppschlauch nochmals eine wesentliche Verbesserung zu verzeichnen. Dies, weil der Schleppschuh mit Schleifkufe die Grasnarbe leicht öffnet und eine präzise Ablage der Gülle direkt auf den Boden mit weniger Futterverschmutzung erfolge, erklärt Daniel Müller von Landwirtschaft Aargau. Diese Massnahme sei freiwillig und werde mit einem attraktiven Förderbeitrag von 45 Franken pro Gabe finanziell unterstützt.

Stickstoffbilanz fällt besser aus

Auch die zeitnahe Einarbeitung von Mist auf der Ackerfläche verbessere die betriebliche Stickstoffeffizienz. Diese Massnahme sei jedoch nicht freiwillig und müsse von allen Betrieben, welche Mist auf Ackerland ausbringen, umgesetzt werden. Neu sei ferner, dass bei einem Stallbauvorhaben für mehr als 10 GVE Rindvieh oder Schweine vorgängig eine Beratung in Anspruch genommen werden muss. «Diese Beratung hat zum Ziel, den Stall und die Laufflächen so zu konzipieren, dass möglichst wenig Ammoniakverluste entstehen», erklärt Daniel Müller. Die Bauberatung wird vom LZ Liebegg und vom Bauernverband Aargau (BVA) angeboten und ist kostenlos.

Infoanlass am 12. März an der Liebegg

Diese und alle weiteren Massnahmen werden am 12. März 2026 um 19.30 Uhr am LZ Liebegg an einer Infoveranstaltung vorgestellt. Organisiert und durchgeführt wird der Anlass von Landwirtschaft Aargau, dem LZ Liebegg und dem BVA. Er richtet sich an Betriebsleitende sowie an Stallbauplanende, die sich praxisnah über die neuen kantonalen Vorgaben informieren möchten. Die Veranstaltung kann auch online mitverfolgt werden. Die Teilnahme ist kostenlos und es ist keine Anmeldung erforderlich. Der Onlinelink zur Veranstaltung wird auf der Webseite des LZ Liebegg rechtzeitig aufgeschaltet.