Die Schweizer Betreuungslandschaft ist stark strapaziert. Zwar hat es genügend Betreuungsplätze, aber Plätze, die auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten sind, sind rar. Das weiss Ivon Karle. Sie ist Co-Leiterin und Dozentin für die Ausbildung im ländlichen Raum, kurz ABL. «Es müssen viele Menschen betreut werden – und sie haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Einige Personen, die auf eine professionelle Betreuung oder zumindest auf ein geregeltes Umfeld angewiesen sind, suchen dieses in städtischen Institutionen, auf dem Land, in kleineren oder in grösseren Gruppen, mit oder ohne Beschäftigung», so die Fachfrau. Gerade weil die Bedürfnisse so individuell sind, muss auch das Betreuungsangebot individuell sein.
Einsamkeit ist oft ein Thema
Aus diesem Grund rückt die ländliche Betreuung auf dem Landwirtschaftsbetrieb vermehrt in den Vordergrund. Der Bauernhof eignet sich für viele Menschen gut, weil automatisch ein Familienanschluss vorliegt, wie Karle analysiert. Hier sei eine klare Tendenz feststellbar. «Wir leben in einer individualistischen Gesellschaft. Wir Menschen wohnen vermehrt in kleinen Haushalten, viele Leute sind Single.» In diesem Fällen sei nicht selten die Einsamkeit ein Thema. Die Liste von Organisationen, die beispielsweise im Kanton Bern Betreuungsdienste vermitteln, ist lange:
Hier ist eine nicht-abschliessende Auflistung:
- WoBe AG: Betagte Menschen, Menschen mit einer körperlichen und/ oder psychischen Beeinträchtigung, Menschen aus dem Strafvollzug, Dauer-, Ferien- und Wochenend-Aufenthalte
- LUB (Stiftung Landwirtschaft und Behinderte): Menschen mit einer Beeinträchtigung
- Stiftung Terra Vecchia: Erwachsene mit und ohne suchtbedingtem Betreuungsbedarf sowie Jugendliche in schwierigen Situationen
- Projekt Alp AG: Suchtmittelabhängige Frauen und Männer nach körperlichem Entzug (und weitere)
Entschädigung noch nicht ganz geklärt
Noch fehlt eine flächendeckende und transparente Tarifgestaltung für eine einheitliche Entschädigung der Bauernfamilien. Dennoch erhalten betreuende Landwirtinnen und Landwirte in der Regel eine Tagesentschädigung. Die Dachorganisation Green Care verfügt diesbezüglich über weiterführende Informationen.
Ein weiterer Schritt in Richtung Vereinheitlichung der Betreuung im ländlichen Raum bietet die berufsbegleitende Ausbildung «Betreuung im ländlichen Raum» (ALB), organisiert vom Inforama in Bern. Der nächste Kurs startet am 30. Oktober 2026 und dauert bis im Januar 2028, erstreckt sich also über einen Zeitraum von rund 16 Monaten. Dabei findet der Unterricht alle 3 bis 4 Wochen jeweils am Freitag/Samstag von 9 bis 16 Uhr statt.
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Ein 32-tägiger Kurs
Der speziell für diese Aufgabe konzipierte 32-tägige Kurs beinhaltet Grundlagen der Betreuungsarbeit. Zudem organisiert die Landwirtschaftsschule am 25. November einen Einführungskurs in Zollikofen BE, wobei es darum geht herauszufinden, welches Betreuungsangebot zur jeweiligen Bauernfamilie passt.
Die Anmeldefrist für den Tageskurs ist bis am 16.11.2025 geöffnet. Er kostet 135 Franken.
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Worum geht es im Kurs?
In Kurs lernen die interessierten Personen die verschiedene Betreuungsformen kennen und erhalten einen Überblick über die Anforderungen an Betreuende, mögliche Verdienstmöglichkeiten und Bildungsangebote im Bereich Care Farming.
Inhalte des Kurses:
- Vorstellung und Diskussion verschiedener Betreuungsangebote
- Anforderungen an Betreuende und den Betrieb
- Verdienstmöglichkeiten und Finanzierung
- Aus- und Weiterbildungen im Bereich Care Farming
- Analyse der eigenen Ressourcen und Gegebenheiten