Kinder und Jugendliche nehmen zwar genügend Hauptnährstoffe wie Kohlenhydrate oder Proteine zu sich, essen jedoch zu wenig Früchte und Gemüse. Gleichzeitig ist der Konsum von Süssigkeiten, Süssgetränken und Fleisch zu hoch. Rund 13 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Schweiz gelten als übergewichtig oder fettleibig.
Vor diesem Hintergrund will das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) wissenschaftlich abgestützte Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 17 Jahren erarbeiten, um gesundes Wachstum zu fördern und langfristig ausgewogene Ernährungsgewohnheiten zu stärken. Als Basis dazu hat es eine wissenschaftliche Grundlage publiziert.
Ernährungsgewohnheiten werden in der Kindheit geprägt
Die Kindheit und Jugend gelten als entscheidende Phase für die Entwicklung eines gesunden Lebensstils. Während des Wachstums verändern sich Energie- und Nährstoffbedarf laufend. Im Jugendalter entwickeln viele Menschen Essgewohnheiten, die sie oft auch als Erwachsene beibehalten. Diese Gewohnheiten können ihre Gesundheit langfristig beeinflussen. Deshalb sollen künftig differenziertere Empfehlungen zur Verfügung stehen.
Bisher existiert in der Schweiz vor allem die Ernährungsscheibe für Kinder zwischen 4 und 12 Jahren. Offizielle Ernährungsempfehlungen für die gesamte Altersgruppe bis 17 Jahre fehlen bislang.
Forschung fokussiert stärker auf Ernährungsweisen statt auf einzelne Lebensmittel
Der Bericht zeigt, dass die wissenschaftliche Datenlage zum Zusammenhang zwischen einzelnen Lebensmittelgruppen und nichtübertragbaren Krankheiten wie Adipositas, Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Kindern noch begrenzt ist. Aktuelle Forschung konzentriert sich daher stärker auf gesamte Ernährungsweisen statt auf einzelne Lebensmittel.
Systematische Analyse aktueller Studien
Für die Analyse wurde eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt. Ausgewertet wurden systematische Reviews und Metaanalysen aus den Jahren 2010 bis 2025. Im Fokus standen Lebensmittelgruppen gemäss Schweizer Lebensmittelpyramide sowie Produkte, die von Kindern und Jugendlichen besonders häufig konsumiert werden.
Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Basis für die Ausarbeitung der ersten offiziellen Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche in der Schweiz. Neben Gesundheitsaspekten könnten künftig auch Nachhaltigkeitsthemen stärker berücksichtigt werden.


