Stefan Probst, der Vertreter der Region Zentralschweiz im Vorstand von Mutterkuh Schweiz, durfte an der Regionaltagung in der Horseshoe Braui in Oberarth SZ eine schöne Zahl von Mitgliedern begrüssen. Es war seine letzte Regionaltagung von Mutterkuh Schweiz, durch die er als Vorstandsmitglied führte. Nach neun Jahren wird er zurücktreten.
«Der Einblick in die Verbandstätigkeit von Mutterkuh Schweiz war sehr spannend. Es machte natürlich viel Freude, bei der Weiterentwicklung der Organisation mitzuarbeiten», betonte der Mutterkuhhalter aus Rotkreuz ZG. Zu seinem Nachfolger wurde Valentin Fuchs aus Willerzell SZ nominiert (siehe Kasten). Am kommenden 25. März wird die Vereinsversammlung von Mutterkuh Schweiz über diese Nominierung entscheiden.
Fusion mit IG Bio Weide-Beef
Mutterkuh Schweiz Präsident Mathias Gerber informierte über die geplante Fusion von Mutterkuh Schweiz mit rund 6000 Mitgliedern und der IG Bio Weide-Beef, die rund 550 Mitglieder zählt. Über diese Fusion können die Mitglieder an der Vereinsversammlung vom 25. März 2026 abschliessend befinden. Ziel sei es, die graslandbasierte Rindfleischproduktion zukünftig gemeinsam zu vertreten und die Vermarktung von Qualitätsrindfleisch aus Weidehaltung noch zu stärken. Mit dieser Fusion würde die Diversifizierung des Verbandes weitergeführt.
«Mutterkuh Schweiz war lange Zeit gleichbedeutend mit Natura-Beef. Mit neuen Programmen wie Swiss-Prim-Beef und Natura-Veal hat man aber laufend versucht, den Bedürfnissen der Produzenten und der Konsumenten nachzukommen», erklärte Mathias Gerber. Es sei das Ziel von Mutterkuh Schweiz, das durchaus vorhandene Marktpotenzial des Labels Bio-Weide-Beef zukünftig stärker auszuschöpfen. Das Vereinsvermögen der IG Bio-Weide-Beef gehe zu Mutterkuh Schweiz über. Die Interessen der Bio-Weide-Beef-Produzenten würden über zwei zusätzliche Vorstandsmitglieder bei Mutterkuh Schweiz eingebracht.
Natura-Veal-Tiere für die zweite Jahreshälfte gesucht
Geschäftsführer Daniel Flückiger ging in seinen Ausführungen auf die Marktentwicklung bei Mutterkuh Schweiz ein. Letztes Jahr konnten insgesamt über 66 000 Tiere vermarktet werden. Beim Weiderind plane man sogar ein Mengenwachstum von 1500 Tieren. Beim Label Natura-Veal seien im letzten Jahr 12 000 Kälber abgesetzt worden. In der zweiten Jahreshälfte gebe es im Markt noch Potenzial, so Daniel Flückiger weiter. Der T3-Mindestpreis im Sommer und Frühherbst konnte in den Verhandlungen mit den Abnehmern von 17 Franken auf 17.50 Franken erhöht werden.
Weniger optimistisch sehe man die Situation beim Natura-Veal jeweils im März und April: «In den letzten zwei Jahren gab es im Frühjahr erstmals Phasen, wo es beim Natura-Veal staute. Entsprechend wurde über Preisanpassungen in den Monaten März und April nicht verhandelt », so Daniel Flückiger weiter. Er ergänzte: «Allerdings ist dieser Mindestpreis von 14.50 Franken nun schon ein paar Jahre alt und sollte nach oben angepasst werden.»
Wertvolle Mistkäfer auf Kuhweiden
Nicht nur Natura-Veal für die zweite Jahreshälfte werden gesucht. Ebenfalls auf der Suche war Lukas Siegwart im Rahmen seiner Bachelorarbeit, die er an der Regionaltagung präsentierte. Er untersuchte dabei die Anzahl und Arten von Mistkäfern auf den Weiden von vier Landwirtschaftsbetrieben im Kanton Zug. Dabei fand er 328 Stück von zehn unterschiedlichen Arten.
Lukas Siegwart präsentierte noch weitere spannende Zahlen: So produziere ein 600 Kilogramm schweres Rind jährlich über elf Tonnen Mist. Mistkäfer leisteten beispielsweise in England jedes Jahr einen Beitrag im monetären Wert von etwa 390 Millionen Franken, zum Beispiel durch die Reduktion von Klimagasen und die Speicherung von CO₂ im Boden. Gefördert werden könnten Mistkäfer mittels der Etablierung neuer extensiver Weiden, einer Anpassung der Weideintensität und der Reduktion von Antiparasitika.
Mutterkuhhalter Valentin Fuchs
Für die Vereinsversammlung von Mutterkuh Schweiz vom 25. März 2026 wurde als Vertreter der Region Zentralschweiz Valentin Fuchs aus Willerzell nominiert. Er führt mit seiner Frau Silvia und der Unterstützung der drei Kinder in der Bergzone II den 42 Hektaren grossen Betrieb «Hüüelmatt». Im imposanten, acht Jahre alten Laufstall stehen 55 Mutterkühe mit Kälbern und 30 Aufzuchttiere. Alles Vieh geht über die Sommermonate auf die Alp. Jährlich vermarktet Familie Fuchs rund 100 Natura-Veal-Tiere über den Handel. Die Muttertiere der Rasse Original Braunvieh werden jährlich über ungefähr zehn Zukäufe remontiert, mehrheitlich aus Milchviehbetrieben. Valentin Fuchs besamt seine Tiere als Eigenbestandsbesamer mit Limousin.

