Die Mutterkuhhalter können zufrieden sein: Fleisch ist seit vielen Monaten gesucht, die Preise sind auf einem hohen Niveau. Die Label Weiderind, Natura-Veal oder das Flaggschiff Natura-Beef bei Coop – es hat fast überall zu wenig Schlachttiere. Das freut auch Christoph Bill, Vorstandsmitglied von Mutterkuh Schweiz. Am Mittwoch führte Bill durch die Regionaltagung Mittelland West. Viele interessierte Mutterkuhhalterinnen und Mutterkuhhalter fanden den Weg auf die Rütti nach Zollikofen BE.

Fleischproduktion Mit der Bioweidemast den Tränker-Kreislauf schliessen Sunday, 4. January 2026  «Mit unserer Produktionsweise geniessen wir bei der Bevölkerung ein hohes Ansehen», ist Bill überzeugt. Die Kälber können bei der Mutter bleiben, die Tiere werden mit betriebseigenem Grundfutter versorgt. «Mit ihnen produzieren wir nicht nur ein hochstehendes Produkt, sondern wir betreiben mit den Tieren auch Landschaftspflege und leisten einen grossen Beitrag zur Biodiversität», hielt er fest. Die Leistungen der Mutterkuhhalter gelte es daher vermehrt sichtbar zu machen, damit die Fleischpreise auch erklärbar seien.

Wird noch stärker lanciert

Das sieht auch Daniel Flückiger so, Geschäftsführer von Mutterkuh Schweiz: «Die Marktentwicklung bei den eigenen Labels ist erfreulich», sagt er zufrieden. Letztes Jahr konnten insgesamt 66 677 Tiere vermarktet werden. Beim Weiderind plane man sogar ein Mengenwachstum von plus 1500 Tieren. «Für das Label Natura-Veal suchen wir krampfhaft noch weitere Produzenten», so der Geschäftsführer. Rund 60 % des verkauften Fleisches bei Coop sei heute Natura-Beef. 

«Auf die anderen Labels sind wir auch angewiesen, dass sie gut laufen», sagt er bestimmt. Das Naturafarm Weiderind soll neu noch stärker bei den Mutterkuhhaltern lanciert werden: «Momentan wächst dieser Bereich am schnellsten», stellt Flückiger fest. Wer unter diesem Label produzieren möchte, muss Folgendes beachten:

  • Weidemast nach Absetzen
  • Lieferung KW 22 bis 50
  • Verkauf unter «Origine Weiderind»
  • Mutterkuhhaltung und Fleischrassenabstammung
  • Rinder und Ochsen
  • GMF, kein Soja
  • Permanenter Laufhof
  • Täglicher Weidegang und mindestens 14 Aren Weidefläche pro GVE
  • Kombination mit Ausmast/Grossviehmast nur geschlechtergetrennt (Rinder)
  • Selbstdeklaration ausfüllen – an beef control senden

Fusion mit Bio Weide-Beef

Abo Weidemast-Tagung am FiBL Triage von Rindern auf dem Hof: So kann der Bauer wieder «mehr Bauer sein» Monday, 16. February 2026 Rund 6000 Mitglieder sind bei Mutterkuh Schweiz angeschlossen. Nun hat man vor, mit der IG Bio Weide-Beef, zu der 550 Mitglieder gehören, zu fusionieren und eine Absichtserklärung der beiden Vereine zu lancieren. «Wir wollen zusammen in einer starken und effizienten Organisation die Produktion von Qualitätsfleisch aus Weidehaltung und graslandbasierter Fütterung fördern», sagt Daniel Flückiger. Dafür werde es diesen Frühling bei beiden Verbänden eine Abstimmung geben. Für die Bio Weide-Beef-Produzenten würde sich Folgendes ändern:

  • Künftig nicht mehr Mitglied bei IG Bio Weide-Beef, sondern bei Mutterkuh Schweiz
  • Administration Adressen und Labelbase durch Mutterkuh Schweiz
  • Stückbeitrag pro geschlachtetes Bio Weide-Beef sowie bestehende Tarife bei Mutterkuh Schweiz anstatt bisherige Mitgliedschafts- und Administrationsbeiträge bei IG Bio Weide-Beef und bio.inspecta
  • Inhaltliche Labelanforderungen bleiben unverändert

Die Fusion der beiden Vereine bedeute auch, dass ein neuer Name gesucht werden müsse. Der Name Mutterkuh Schweiz gebe es dann nicht mehr: «Wir sind jetzt auf der Suche nach einem neuen Namen. Diesen können wir frühestens im Jahr 2027 bekanntgeben», hält Flückiger fest.

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Lumpy Skin Disease bereitet Sorgen

Seuchenfall Wegen Lumpy-Skin-Disease: Schweizer Rinder dürfen 2026 nicht nach Frankreich Tuesday, 17. February 2026 Mehr Sorgen bereiten Daniel Flückiger und Christoph Bill zurzeit die hochansteckende Rinderseuche Lumpy Skin Disease (LSD), die letztes Jahr in Frankreich wütete. Nun verbietet das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Sömmerung von Schweizer Rindern in Frankreich für die Saison 2026. «Wir haben in Genf, nahe an der Grenze, einen Mutterkuhbetrieb, der in der Schweiz nur vier Hektaren Land besitzt, der Rest liegt in Frankreich», erzählt Bill. Für Betriebe wie diesen werde es sicher schwierig, eine gute Lösung für ihre Tiere zu suchen. Das sieht auch Jürg Iseli so, Präsident des Bernischen Bauernverbandes: «Wichtig ist, dass wir keinen positiven Fall von Lumpy Skin in der Schweiz haben», hält er fest. Im Weiteren zählte Iseli auf, welche Dienstleistungen der Verband anbietet. «Zurzeit hält uns nicht nur die nationale, sondern auch die kantonale Landwirtschaftspolitik auf Trab», fasst Jürg Iseli zusammen.