David und Lucy Maurer führen einen intensiven Biogemüsebaubetrieb in Diessbach, im unteren Seeland. Dieser Teil des bernischen Seelands liegt nicht mehr im traditionellen Gemüseanbaugebiet. Davids Eltern Marianne und Ernst (Aschi) Maurer haben den Gemüsebau vom Seeland nach Diessbach gebracht, und den Betrieb zur heutigen Form aufgebaut. Mehrere Jahre lang führten Maurers den Biogemüsehof als Generationsgemeinschaft.
Ein intensiv geführter Familienbetrieb mit vielen Mitarbeitern
2018 haben David und Lucy Maurer den Familienbetrieb übernommen und bauen ihn zielstrebig und konsequent aus. Die Eltern arbeiten weiterhin tatkräftig mit, und weitere fünfzehn bis zwanzig Stellen auf dem Betrieb werden von familienfremden Mitarbeitern besetzt. Der grösste Teil davon kommt aus dem Ausland. Aber durch den modernen Maschinen- und Fahrzeugpark ist auch eine Handvoll junge Schweizerburschen motiviert, neben ihrer Ausbildung oder einem anderen Beruf, in Teilzeit auf dem Hof mitzuarbeiten. Wenn Not am Mann ist, greifen aber auch die Maurerfrauen ans Lastwagensteuer. Lucy Maurer führt, wie früher ihre Schwiegermutter, regelmässig Gemüse mit dem grossen Camion zu den Verteilzentren der Abnehmer. Daneben ist die vierfache Mutter auch Bürochefin des Betriebes und zuständig für den riesigen Haushalt.
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Die vielfältige Produktion von Aubergine bis Zwiebel, von Kirschen bis Energie
Maurers bewirtschaften rund sechzehn Hektaren Freilandgemüse, ein Glashaus in Diessbach (100 Aren), ein Mehrschiff-Folienhaus in Meinisberg (45 Aren) und ein Mehrschiff-Folienhaus in Chaltenbrünnen/Grossaffoltern (38 Aren). Dazu kommen in Diessbach auf rund 100 Aren kleinere Folientunnel. Der Anbau umfasst die meisten bekannten Gemüse- und Salat-Arten. Ein Markenzeichen von Biogemüse-Maurer sind die Warmpflanzen, speziell die Biotomaten, welche auf äusserst professionelle Weise produziert, und von den Kunden sehr geschätzt werden.
Als Ergänzung des Sortiments steht neben den Gewächshäusern eine moderne Intensiv-Kirschenanlage von rund drei Hektaren (Diese kann vollständig eingenetzt werden).
Im Jahr 2010 gründeten Maurers, mit Energiefirmen zusammen, eine grosse überregionale Biogasanlage zur Stromproduktion aus tierischen und pflanzlichen Abfällen, die Bio-Energie-Diessbach AG. Die Anlage wurde auf dem Areal des Betriebes Maurer erbaut und wird heute von der Firma Engreen betrieben. Mit der Abwärme kann David Maurer einen grossen Teil des Heizbedarfs des Glashauses decken. Leider bleibt ein Teil der Abwärme ungenutzt, da im Biolandbau das Heizen der Glashäuser im Winter eingeschränkt ist. Die Verwertung der Gemüse- und Rüstabfälle in der Biogasanlage ist auch eine sehr gute Massnahme zur Feldhygiene, was den biologischen Böden von Maurer sehr nützt.
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Hohe Qualität der Produkte wegen des direkten Kundenkontakts
Rund ein Drittel der eigenen Produktion wird in der Direktvermarktung abgesetzt. Maurers fahren an sieben verschiedene Wochenmärkte, und die Familienmitglieder stehen regelmässig persönlich am Stand. Und einmal im Jahr auch am grossen Berner Zibelemärit oder am Aarauer Rüeblimärt. Für die Bedienung der Märitstände können sie auf die Mithilfe von vielen Teilzeithelfer/innen aus den Regionen zählen. Für die modernen Menschen bauten Maurers neuerdings auch einen Online-Shop auf; dort können die Kundinnen die Ware bestellen und auf dem Betrieb abholen, oder sich mit der Post zuschicken lassen. Und kleinere Marktfahrer sind ebenfalls froh, wenn sie ihr Sortiment mit den qualitativ hochstehenden Produkten von Maurers ergänzen können.
Ein weiterer Drittel der Produktion wird an verschiedene Handelsfirmen verkauft, wie Terraviva, usw.
Mit zwei anderen Produzenten bilden Maurers eine Lieferplattform (Biogärtner Aareland) für die direkte Belieferung der Migros. Über die Grossverteiler wird der letzte Drittel der Produktion vermarktet. Um die Qualitäts- und Verpackungsanforderungen der Grossverteiler zu erfüllen, investierte David Maurer in eine sehr komplexe Technologie zur Aufbereitung und Verpackung der Waren.
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Dank Automatisierung können die Mitarbeiter sinnvoller eingesetzt werden
Zum Beispiel die Kartoffel- und die Rüebli-Linie. Pro Stunde können mit dieser Anlage 2000 kg Rüebli oder Kartoffeln gewaschen und sortiert werden. Die einzelnen Rüebli oder Erdäpfel werden nach dem Waschen poliert, blitzschnell optisch erfasst und mit den Sollvorgaben verglichen. Je nach Qualität lässt die Maschine sie dann in die dafür vorgesehene Paloxen fallen. Nur beim Leeren und beim Wegführen der Paloxen braucht es noch Personal.
Die sortierten Produkte werden mit automatischen Abpackmaschinen abgewogen, portioniert, abgepackt und mit dem Preis und dem Label ausgezeichnet. Sei es Nüsslersalat, Fenchel, Tomaten oder ein anderes Gemüse; David Maurer kann alle möglichen Arten automatisch packen. Der technische Fortschritt muss aber vom Profi auch erkannt werden. Als David Maurer an einer Maschinenausstellung eine Maschine sah, die Früchteschalen automatisch auf das Abfüllband legen kann, «habe ich nicht nach dem Preis gefragt, sondern nach der Lieferfrist; und sofort eine bestellt! Die Person, welche vorher die Schalen für Cherry-Tomaten oder Heidelbeeren von Hand aufs Band legte, kann jetzt in dieser Zeit wertvollere Arbeit leisten» sagt der Betriebsleiter.
David Maurer ist nicht nur Gemüsebauer, sondern hat auch eine Lehre als Schmied und eine als Landmaschinenmechaniker absolviert. Darum ist er befähigt, seine komplexen und teuren Anlagen selber zu montieren, zu unterhalten und zu reparieren.
Das dauernde Streben nach der besten Qualität ist das Ziel
David Maurer sieht in der hohen Automatisation seines Betriebes einen grossen Vorteil: «So haben wir schlanke Personalstrukturen und sind trotzdem richtig schlagkräftig, eine Bedingung, um die immer kürzeren Bestell- und Lieferfristen einhalten zu können!»
David und Lucy Maurer und ihre Familie sind bereit für die Zukunft; «unser Betrieb soll qualitativ wachsen und wir werden das Sortiment laufend an die neuesten Anforderungen anpassen», sagt Lucy Maurer. «Und wir wollen die gute und fruchtbare Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern und Freunden weiter ausbauen»