Für die Zuckerrübenpflanzer wird das Jahr 2020 wohl nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Im Frühjahr setzte die Trockenheit den Neusaaten und den jungen Rübenpflanzen zu – es bildeten sich Stufenrüben. Im Verlauf der Saison zeigten sich die geschwächten Pflanzen dann anfälliger für Schädlinge und Krankheiten – die Viröse Vergilbung breitete sich stark aus. Regional gab es demzufolge sehr grosse Ertragsunterschiede.

Bis zu 50 % Ertragsverluste

«Im Osten können sich die Produzenten über hohe Erträge (90 t/ha) und gute Zuckergehalte (17,3 %) freuen. In der Westschweiz sind die Erträge (65 t/ha) und die Zuckergehalte (15,8 %) vor allem in jenen Gebieten, die von der Virösen Vergilbung und von SBR-Zikaden betroffen waren, tief», so Irene Vonlanthen, Geschäftsführerin Schweizer Verband der Zuckerrübenpflanzer (SVZ). Zwischen 30 bis 50 Prozent Ertragsverluste wurden in den Westschweizer Regionen beobachtet. Bei den Biorüben stieg die inländische Menge auf knapp 4700 t. Der durchschnittliche Zuckergehalt betrug 16,9 %. 

Bis zum 15. Dezember wurden insgesamt auf 17'750 ha 1'375'089 t konventionelle Rüben verarbeitet mit einem durchschnittlichen Zuckergehalt von 16,5 %. In der Zuckerfabrik Frauenfeld TG wurden die letzten Rüben am 23. Dezember verarbeitet. Über das gesamte Land gesehen, entspräche die diesjährige Ernte dem Fünfjahresdurchschnitt, so Vonlanthen. 

Zwei neue Blattbehandlungsmittel 

Aufgrund der verehrenden Situation mit der Virösen Vergilbung wurden zwei neue Blattbehandlungsmittel für die kommende Saison zugelassen. «Die Fachstelle wird die Produzenten mit regionalen Empfehlungen zum Einsatz von Movento und Gazelle unterstützen. Gegenüber einer Gaucho-Beizung wird es mehr Durchfahrten brauchen, mit weniger Erfolgssicherheit und Nachhaltigkeit», berichtet Irene Vonlanthen. 

Anbauflächen weiterhin gesucht

Wie schon vergangenes Jahr sind mindestens 18'000 ha Anbaufläche gesucht. In den folgenden Tagen wird die Fachstelle nochmals Erinnerungsschreiben an die Pflanzer versenden. Die SVZ empfiehlt ihnen, die Verträge so rasch wie möglich abzuschliessen und Quotenänderungen bekannt zu geben. 

Anpassungen für 2021

Die Interprofession hat die Zuckergehaltszahlung von 50 Rp. auf 35 Rp. pro 0,1 % Zuckergehalt gesenkt. Die neutrale Zone von 15 % bis 16 % wird beibehalten. Dafür wurden der Grund- und der Richtpreis um einen Franken auf 40 Franken resp. 45 Franken erhöht. 

Neue Übernahmemodelle

In die Übernahmemodelle «genossenschaftlicher Transport» und «ab Feldrand» wird neu der Logistikbeitrag in Abhängigkeit der Distanz vom Wohnort des Pflanzers zur nächstgelegenen Fabrik und somit unabhängig von der Transportart berechnet. Damit soll die Gleichbehandlung der Pflanzer in Regionen sichergestellt werden, wo sowohl Strassen- als auch Bahntransport möglich ist. Für die Übernahme ab Feldrand ist neu die Mitgliedschaft in der zuständigen Transportorganisation nötig.