An der Fachtagung Ackerbau in St. Antoni FR, organisiert von der Landi und der Saatzuchtgenossenschaft Düdingen, erklärten Fachleute die neuen Strategien beim Pflanzenschutz im Ackerbau. Zwei wichtige Wirkstoffe von Herbiziden stehen im Verdacht, hormonelle Schäden zu verursachen. Darum wurde ihnen die Zulassung entzogen.
Bekämpfung ohne Flufenacet
Der Wirkstoff Flufenacet (Herold SC) darf seit dem 1. Januar dieses Jahres nicht mehr verkauft werden. Die vorhandenen Mittel können noch bis Ende Jahr eingesetzt werden. Ein Abbauprodukt von Flufenacet ist Trifluoressigsäure, eine sogenannte Ewigkeitschemikalie. Auch deshalb verlor dieser Wirkstoff die Zulassung. Flufenacet war der wichtigste Wirkstoff gegen herbizid-resistente Gräser wie Windhalm und Ackerfuchsschwanz.
Der Kampf gegen das Unkraut passiert auf vielen Ebenen. Die vielfältige Fruchtfolge, eine gute Feldhygiene, das Anlegen eines falschen Saatbeets, der Saatzeitpunkt und die mechanische Bekämpfung gehören dazu.
«Die chemische Bekämpfung soll im Herbst und, wenn möglich, im Vorauflauf gemacht werden», sagte Adrian Sutter von Agroline. Dabei solle man auf Wirkstoffkombinationen (z. B.: Tarak und Boxer) setzen. Am Markt erscheinen auch verschiedene neue Mittel.
Auch nicht mehr verkauft werden Mittel mit dem Wirkstoff Metribuzin (Sencor, Mistral usw.). Die Aufbrauchfrist für diese Mittel ist der 1. Juli 2026. Damit fällt ein Mittel weg, das eine gute Wirkung gegen Rispengräser und verschiedene breitblättrige Unkräuter hatte. Adrian Sutter sagt dazu: «Mit einer Wirkstoffkombination kann Sencor im Kartoffelbau ersetzt werden.» Oftmals ist das aber nur im Vorauflauf möglich und zeigt wenig Kontaktwirkung bei bereits aufgelaufenem Unkraut. Ein weiterer Nachteil ist der hohe Preis.
Gegen Mutterkorn in Getreide gibt es verschiedene Wege
Alessia Schorro vom kantonalen Pflanzenschutzdienst sprach über Mutterkorn. Sie sagte: «Die Pilzkrankheit kann jede Getreide- oder Graspflanze befallen. Anfälliger sind aber fremdbefruchtende Arten wie Roggen, Triticale und Raigräser.» Der Pilz kann vom Boden auf die Pflanzen, aber auch von Pflanze zu Pflanze gelangen. Für den Befall ist die Witterung entscheidend; hohe Luftfeuchtigkeit, kühles Wetter und Lichtmangel begünstigen ihn.
Mit einer guten Fruchtfolge (mit zertifiziertem Saatgut), einer entsprechenden Bodenbearbeitung (die Sklerotien mindestens 10 cm tief vergraben), einer Gräserbekämpfung im Getreide und einer richtigen Feldhygiene (Feldränder regelmässig mähen) kann der Befall reduziert werden.
Jonathan Heyer von der kantonalen Fachstelle für Pflanzenschutz erklärte den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern, dass in der gesamten Westschweiz die Glasflügelzikade vorhanden ist. Sie überträgt Pflanzenkrankheiten wie Arsenophonus, die für Gefässbündelverfärbungen bei Kartoffeln und die SBR-Krankheit (Syndrome Basses Richesses) bei Zuckerrüben verantwortlich sind.
Die wichtigste Massnahme im Kampf gegen die Glasflügelzikade ist der Verzicht einer Getreidesaat nach Zuckerrüben. Auch soll man keine Gräser nach Zuckerrüben als Zwischenfutter oder Gründüngung anbauen. Möglich sind winterharte Leguminosen-Mischungen, zum Beispiel vor Mais.
Kulturpflanzen mit Biostimulanzien unterstützen
Adrian Sutter von der Firma Agroline erläuterte, dass der Einsatz von Biostimulanzien auch im konventionellen Pflanzenbau sinnvoll ist. Zur Unterstützung und Stärkung der Kulturpflanzen können solche Hilfsstoffe eingesetzt werden. Diese fördern das Wurzel- und das Blattwachstum, erhöhen die Stresstoleranz und stärken die natürlichen Abwehrkräfte der Pflanze.

