Der diesjährige sonnige, warme und trockene Frühling verhalf den Wiesen und Weiden zu einem frühen Start. Die Frühlingsvegetation entwickelte sich sieben Tage früher als im langjährigen Mittel.
Die niederschlagsarmen Monate April und Mai ermöglichten eine qualitativ gute Heuernte. Das bestätigen die guten Gehalte an MJ NEL und g APD sowie tiefen Faseranteile des Heuschnitts. Der Sommer begann mit einem heissen Juni und vielen Hitzetagen. In den zentralen und östlichen Landesteilen war der Juli sehr nass. Die Niederschläge waren in der Westschweiz, im Wallis und im Tessin leicht überdurchschnittlich. Die Sonne liess sich im Juli eher selten blicken. Im August kehrte der Sommer zurück, und es wurde wieder trocken. Einige Regionen litten Ende August unter Starkniederschlägen. Der September brachte unterdurchschnittliche Temperaturen und überdurchschnittliche Niederschläge.
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Höhere Energiegehalte als in den vergangenen Jahren
Die Nährstoffgehalte zeigen, dass die Landwirte die Erntefenster gut nutzten. Die Analysegehalte des belüfteten Dürrfutters liegen über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Der mittlere Energiegehalt liegt, mit 5.6 MJ NEL pro kg Trockensubstanz (TS) höher als in den Jahren 2020 bis 2024. Die APDE- und APDN-Gehalte liegen leicht über den vergangenen Jahren. Die hohen Zuckerwerte widerspiegeln die überdurchschnittliche Sonnenscheindauer. Die Rohfasern weisen allgemein eine gute Verdaulichkeit auf. Die Rohfasergehalte von unbelüftetem Dürrfutter sind höher als die von belüftetem Dürrfutter, der Zuckergehalt ist wie erwartet tiefer. Beides wiederum spricht für die Vorteile einer Heubelüftung in diesem Jahr.
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Höhere Rohaschegehalte im belüfteten Dürrfutter
Der Rohaschegehalt ist wie üblich beim unbelüfteten Dürrfutter tiefer und knapp unter dem Zielwert von 100 g Rohasche pro kg TS, das belüftete Dürrfutter liegt wie in den Vorjahren über dem Zielwert. Mögliche Gründe für die höheren Rohaschegehalte des belüfteten Dürrfutters könnten eine tiefere Schnitthöhe oder eine Ernte bei feuchteren Bedingungen sein, weil kürzere Erntezeitfenster genutzt werden mussten. Die Gehalte in den verschiedenen Futterbauregionen variieren heuer. Knapp die Hälfte der Regionen schafften es, den Rohaschegehalt und somit die Futterverschmutzung knapp unter 100 g pro kg TS zu halten.
Graspellets neu auch analysiert
Neu sind in der Raufutterenquête Durchschnittswerte zu getrocknetem Gras (Graspellets) zu finden. Die Probenanzahl ist gering. Die Gehaltswerte sind nur wenig höher als die von belüftetem Heu oder belüftetem Emd. Gras zur Trockengrasproduktion muss früher geschnitten werden, damit die Nährstoffgehalte deutlich besser sind und die aufwendige Trocknung ökologisch und ökonomisch Sinn ergibt.
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