Laut Stimmen aus den verschiedenen Teilen des Schweizer Maisgürtels gibt es ein gutes Silomais-Jahr; hohe Erträge wurden bereits bestätigt, aber die Ernte ist noch in vollem Gange. «Die Erträge stimmen, vielerorts sind gar Rekorderträge zu erwarten, vor allem im Körnermais mit bis zu 150 dt/ha», so der Geschäftsführer der Schweizerischen Silovereinigung (SVS), René Bünter. Der Referenzertrag Körnermais beträgt laut Lehrbuch 100 dt/ha.
«Sie sind am Anschlag»
Das wiederum bedeute sehr hohe Einlagerungen von einem Plus von bis zu 20 %, sodass die Getreidezentren an den Anschlag kommen würden, weiss René Bünter. Zwar habe es nicht mehr Maisballen pro Flächen gegeben, aber der Maiskörner-Anteil an der Gesamtpflanze sei viel höher ausgefallen.
«Auch qualitativ lässt sich auf eine gute Saison schliessen. Einerseits dank der generell hohen Konstanz der Silomais-Kultur, andererseits wegen genügend Wärme und Wasser im August. Ob die damit späte N-Nachlieferung zu einem Qualitätsproblem führen könnte, lässt sich bald feststellen, denn die ersten Silos werden bald geöffnet», so Bünter weiter.
Einzig das Auftreten des Beulenbrands sei in gewissen Regionen besorgniserregend, resümiert der SVS-Geschäftsführer. «Der durch den Hagel verursachte Schaden an der Kultur hatte einen gewissen Einfluss auf die Silagequalität.»
In solchen Fällen rät Bünter zum Einsatz von Siliermitteln. «Es können auch nur Siliersalze sein, also ohne Milchsäurebakterien, in den obersten zwei bis drei Metern des Hochsilos. Denn spätere Massnahmen bei Gärproblemen sind oft nur Symptombekämpfung und verursachen Mehrarbeit und Mehrkosten», warnt Bünter.
Blattflecken machen zu schaffen
Neben den Wildschweinschäden und dem Beulenbrand machen den Maisproduzenten heuer die Blattflecken (Helminthosporium turcicum und weitere Erreger) zu schaffen. «Da sehe ich eine zunehmende Tendenz», konstatiert René Bünter. Es handelt sich um einen Krankheitsverlauf, der durch feuchtes und warmes Klima begünstigt wird. Seien die Pflanzen neben diesen äusseren Bedingungen zusätzlich gestresst, z. B. nach Hagelschäden, nehme das Infektionspotenzial schlagartig zu.
Die Blattfleckenkrankheit tritt in der Schweiz seit einigen Jahren vermehrt auf und führt zu deutlichen Ertragseinbussen. Da keine direkte Bekämpfung mit Fungiziden möglich ist, seien tolerante Sorten zu wählen, wie Agroscope in einem Papier schreibt. Die neuen Sorten sind diesbezüglich grösstenteils vielversprechend.
Bünter rät im Fall eines Befalls, die kontaminierten Blattteile und die gesamten Ernterückstände zu zerkleinern und gut einzuarbeiten. Der Feldhygiene ist weiter eine grosse Beachtung zu schenken.
Boden hat spät N nachgeliefert
Rückblickend auf die bald abgeschlossene Saison blickt René Bünter aber zufrieden auf die abgeernteten Maisparzellen. Die Erntebedingungen waren grösstenteils gut. Bünter macht jedoch darauf aufmerksam, dass die wenigen regenreichen Wochen im Sommer dazu beigetragen hätten, dass der Boden spät Stickstoff nachlieferte. Das könne dazu führen, dass die Maispflanze den Stickstoff noch zu einem späten Stadium aufnehme, was eine verzögerte Abreife nach sich ziehe.
Bei der Ernte ist dann der TS-Gehalt etwas tiefer, was letztlich auf die Silierfähigkeit schlägt. Denn bei zu nassen Silagen verzögert sich die pH-Absenkung und Sickersaft-Verluste treten auf.
Hinsichtlich der Mykotoxin-Belastung schätzt Bünter, dass diese im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger hoch sein dürfte. Im Jahr 2024 verzeichnete das Monitoring das höchste Mykotoxin-Belastungsniveau seit dessen Einführung.
Silomais-Fläche bleibt konstant
Wegen der vielversprechenden Erträge dieser Saison ist René Bünter überzeugt, dass sich die Anbaufläche von Mais zu Silagezwecken auch im nächsten Jahr halten wird. «Viele Betriebe haben den Mais fix in ihrer Futterstrategie eingeplant und kommen trotz der Anbauherausforderungen so schnell nicht davon ab», so Bünter. Im Gegenteil: Er vermutet, dass die Fläche gar noch steigen könnte, trotz der pflanzenschutztechnischen Herausforderungen, beispielsweise hinsichtlich der Bekämpfung des Maiszünslers und des Maisbohrers. Ausbaufähig sei demgegenüber in den dafür geeigneten Lagen Körnermais. Der Preisdruck durch Importe spiele dabei aber auch eine Rolle.