«In guten wie in schlechten Zeiten.» Man könnte meinen, dabei handle es sich um ein Gelübde, doch in der Tat ist es ein Ratschlag des unabhängigen Fütterungsberaters Pirmin Zürcher aus Lömmenschwil SG. Er organisiert unter anderem Seminare zu Themen wie kraftfutter- und eiweissreduziertes Füttern, Kälber- und Jungviehfütterung, Fütterung auf dem Melkroboterbetrieb, Fütterungseffizienz und Wirtschaftlichkeit, hohe Leistungen aus dem Grundfutter gewinnen oder Silagen für Profis produzieren.

In guten und schlechten Zeiten

An einem Strickhof-Webinar hatte Pirmin Zürcher für einen Input zum Thema Futterkosten in der Milchviehhaltung die virtuelle Bühne.

Mit eingangs erwähntem Satz unterstrich er im gut besuchten Webinar die Bedeutung der Entnahme von Futterproben. Tierhaltende sollten sich daran gewöhnen, in regelmässigen Abständen Futterproben zu machen, so der Agronom. Eben: «In guten wie in schlechten Zeiten», wie er sagte. Das heisst: Wenn die Fütterung rund läuft, soll man untersuchen, warum sie rund läuft, und bei Auffälligkeiten ebenfalls Futterproben machen lassen, so sein Rat.

Die drei Hebel in der Produktion

Für eine erfolgreiche Fütterung beruft sich der Landwirt und Berater auf drei Hebel: Futteraufnahme, Futtereffizienz und die Futterkosten. Alle Pfeiler müsse man jederzeit im Auge behalten. Dabei gibt es allerdings unterschiedliche Blickwinkel auf dasselbe Thema. Futterkosten könnten entweder

  • pro kg/dt
  • pro Kuh/Tag
  • pro kg produzierte Milch
  • pro kg verkaufte Milch eruiert werden.

Im Onlinereferat rief Pirmin Zürcher in Erinnerung, dass hohe Milch-Quantitäten alleine nichts bringen. Die Milch müsse schliesslich auch eine hohe Qualität haben, um sie verkaufen zu können, so Zürcher. Es sei wichtig, dass man sich bewusst sei, welche der obigen Definitionen für den Betrieb am relevantesten sei.

Mit dem IOFC rechnen

Im Referat erklärte der Berater den Teilnehmenden eine weitere Berechnungsweise. Die Rede ist von IOFC. Mit dem «Income over Feedcost» kann die Marge pro Kuh berechnet werden. Der Wert gibt an, welches Einkommen nach Abzug der Futterkosten pro Kuh und Tag erwirtschaftet wird.

Abo Fütterung im Herbst Maisverzehr hemmt die Calcium-Aufnahme: Tierhaltende aufgepasst Wednesday, 15. October 2025 Pirmin Zürcher machte darauf aufmerksam, dass der Grossteil der Kosten nicht wie oftmals irrtümlicherweise angenommen beim Kraftfutter anfällt, sondern bei der Produktion von Silagen, Dürrfutter und Frischgras. Hier könnten Kosten gespart werden, so der Berater. Es lohne sich, die Frage zu stellen, wo auf dem Betrieb ein Optimierungspotenzial liege. Beim Kraftfutter liegen Verbesserungsmöglichkeiten nur beim Bezug von Lose- und Mengenrabatten, bei der Wahl des richtigen Kraftfutters (abhängig von der Grundration) und bei angepasster Futterzuteilung und -verabreichung im Hinblick auf die Häufigkeit und Menge pro Stationsbesuch.

Als Basis für eine gesunde Ration ist jedoch immer ein hoher Grundfutterverzehr, dementsprechend lohnt es sich, hier den Hebel anzusetzen.

Als Basis für eine gesunde Ration ist jedoch immer ein hoher Grundfutterverzehr, dementsprechend lohnt es sich, hier den Hebel anzusetzen, so Zürcher. In dieser Gesamtbetrachtung nicht vergessen dürfe man letztlich die Beurteilung, was die Kuh gerne frisst. Dabei stellen sich Fragen wie:

  • Welche Grasarten sind Teil des Bestandes: Englisches Raigras wird gegenüber Knaulgras bevorzugt gefressen.
  • Sauberes Futter: Wie hoch ist der Erdbesatz? Enthält das Futter Laub?
  • Tageszeit: Minderwertiges Gras wird abends besser gefressen als morgens.
  • Sorten: Tetraploide Sorten werden bevorzugt.
  • Nutzungszeitpunkt: Überaltertes Futter wird gemieden.
  • Beigeschmack: Allenfalls Natrium oder Kräuter beimischen.
  • Alter: Junge Pflanzen schmecken besser