Dass an der Lucerne Expo Anfang Dezember in Grosswangen LU auch Berndeutsch zu hören sein wird, dafür sorgen unter anderen Siegenthalers aus dem Entlebuch. Ursprünglich aus der Region Thunersee, erwarben sie 2009 den Hof Under-Pörtere, hoch über Schüpfheim LU gelegen. Bewirtschaftet werden heute um die 30 ha LN, davon ein Teil in Pacht. Der Hofname «Pörtere» kommt nicht von ungefähr. So richtig «eben» ist eigentlich nur der Hofplatz, berichtet Bäuerin Vroni Siegenthaler mit einem Schmunzeln. 

«Michael als Hofnachfolger kann bereits mitentscheiden»

Sie, ihr Mann Ueli und Junior Michael (24) bewirtschaften den Betrieb seit 2020 in einer Generationengemeinschaft. Ueli ist häufig als Klauenpfleger unterwegs in der Region, ohne Sohn Michael wäre das Arbeitspensum nicht zu stemmen gewesen, erklärt Vroni Siegenthaler. Michael Siegenthaler arbeitet heute in einem höheren Pensum auswärts als Forstwart. Zu dritt und mit einer passenden Hangmechanisierung funktioniert der Betrieb. «Zudem kann Michael als Hofnachfolger bereits mitentscheiden», begründet die Bäuerin die Zusammenarbeitsform. 

Die 25 Kühe liefern Milch mit viel Eiweiss

Von den 30 ha sind rund 23 ha Heuland, der Rest sind vor allem Weiden für das Jungvieh. «Man könnte hier auch extensiver Landwirtschaft betreiben», kommt Michael Siegenthaler Fragen zuvor. Das passe aber nicht zu ihnen. Gute Lebensmittel zu produzieren, ist die Motivation. Die rund 25 Kühe, davon die meisten Brown Swiss und dazu einige Originale, decken ihren Futterbedarf vor allem im Stall ab. Raus geht es vordergründig für die Fitness. 

Rund 8000 Kilo produzieren die Kühe im Schnitt, die 160'000 Kilo jährlich werden bei einer nahen Sammelstelle von ZMP/Emmi abgeholt. Im Winter kommen viel Heu, Emd und Grassilage in den Futtermischwagen, dazu Silomais, Maismehl, Eiweiss-Komponenten, Zuckerrübenschnitzel, wenig Essig und Mineralstoffe. i. Bei den Inhaltsstoffen fallen die hohen 3,8 % Eiweiss auf, Fett liegt bei 4,1, die Zellen sind meist zwischen 80'000 und 100'000.

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Man habe in den vergangenen Jahren bei der Fütterung tendenziell etwas mehr investiert. Die Kühe dankten es mit guter Gesundheit und höherer Leistung. Vor allem schlechtere Futterbau-Jahre könnten mit der Mischung besser aufgefangen werden. Im Stall steht jeweils auch ein BS-Stier. «Nach zwei erfolglosen KB-Versuchen kommt dieser zum Einsatz», so Michael Siegenthaler. Aktuell ist es Siegenthaler Hank Adler, ein 20 Monate alter Jungstier. 5 bis 6 Kühe jährlich werden so über den Natursprung tragend gebracht. Bei den übrigen kommt vor allem gesextes Sperma zum Einsatz. «Ray, Darius, Royce und Brice setzen wir aktuell vermehrt ein», sagt der Junglandwirt. Funktionelle Kühe mit guten Eutern, guter Milchleistung und Inhaltsstoffen, so wird das Zuchtziel beschrieben. 

Ziel: Verkauf von über einem Dutzend Erstmelken jährlich

35 Aufzuchttiere haben Siegenthalers gegenwärtig. Nicht, um eine grosse Auswahl für Viehschauen zu haben, sondern aus wirtschaftlichen Überlegungen. Mit der Weidehaltung können die Jungtiere kostengünstig grossgezogen werden. Später ist der Verkauf von Erstmelken ein wichtiges Standbein für die Züchterfamilie. Um die 15 Jungkühe werden jährlich verkauft. «Erfolge an den Schauen helfen der Bekanntheit unserer Genetik», so Michael Siegenthaler.

 Wenn Leistung und Exterieur stimmten, gelten die Erstmelken um die 4000 Franken. Das Schauwesen ist vor allem das Metier von Michael. Er geht mit Bruder und Schwester auch mal an eine nationale Ausstellung für Rinder oder Erstmelken. Etwa nach Sargans oder kürzlich an die Junior Expo Aargau. Mit seinen Rindern gab es schon einige schöne Podestplätze und in Thun den Vize-Champion-Titel. Das Styling übernimmt er dabei selbst.

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Bei den Rindern sind die Erwartungen höher

Ueli und Vroni Siegenthaler «braucht» es so nicht an den Ausstellungen, was Vroni nicht unrecht ist. «Ab und zu verfolgen wir eine Abendschau per Live-Stream», sagt sie. An der Lucerne Expo werden Siegenthalers, wenn alles läuft wie geplant, mit acht Tieren vor Ort sein. Michael ist zusätzlich im OK (Ressort Bau). 

Ein Podestplatz bei den Kühen am Freitag wäre schön, so Michael Siegenthaler. Mit dabei wird auch Siegenthalers Cyrus Optima sein (siehe Bild). Die Vierjährige war an der stark besetzten Eliteschau Entlebuch in ihrer Abteilung auf dem zweiten Platz. Bei den Rindern am Samstag sind die Erwartungen höher, da dürfte es auch ein Abteilungssieg sein.

Lucerne Expo 2025

In der Mooshof-Arena, Grosswangen, organisiert von Braunvieh Luzern und den Luzerner Jungzüchtervereinigungen

Lubra, 5. Dezember, Rangierung ab 18 Uhr, Kühe der Rassen BS und OB, 15 Abteilungen mit gegen 150 Kühen.

Luzerner Rinder Nightshow, 6. Dezember, Vorführwettbewerb ab 14 Uhr, Beginn Rangierung ab 15 Uhr. Rinder der Rassen BS, OB, HO, RH, SF, SI, gegen 300 Rinder von 200 Austeller(innen) gemeldet.