Damit ein Betriebszweig rentieren kann, der mit einem gewissen unternehmerischen Risiko einhergeht, ist Mut gefragt. Diesen legte Sandra Bigler vor wenigen Jahren an den Tag. Die Bio-Bäuerin und gelernte Fachfrau Betreuung entschied sich während und nach ihrer Schwangerschaft, nicht mehr in die Branche der Kita-Trägerschaften zurückzukehren. Sie wollte ihr eigenes Ding machen. 

Abo «Für das Projekt haben wir all unsere Hobbys gestrichen» Vom Schweinestall über die Doppelgarage zur Bauernhof-Kita Friday, 24. October 2025 Ihr Mann, David Bigler, unterstützte sie in ihrem Vorhaben. Zusammen wagten sie den Sprung in Richtung Selbstständigkeit – neben der Selbstständigkeit mit dem Landwirtschaftsbetrieb natürlich. Innerhalb weniger Jahre entstand aus einer Idee eine schlüsselfertige Bauernhof-Kita. 14 Ganztagesplätze können Biglers in ihrer Kita anbieten – und die Warteliste ist voll.

Die Amtsvertreter an den Küchentisch eingeladen

Wie geht man ein solches Projekt an? Sandra Bigler atmet tief ein, bevor sie zu erzählen beginnt. «Anfangs haben die Behörden einfach mal Nein gesagt», erinnert sich die Bäuerin. Sie entschied sich, die Vertreter(innen) der zuständigen Ämter bei sich an den Küchentisch einzuladen und in Ruhe über ihr Vorhaben zu sprechen. Ihren Traum wollte sie wegen der anfänglichen Ablehnung nicht direkt an den Nagel hängen. 

Die Gespräche trugen Früchte – Biglers machten weiter. Nach dem grünen Licht des Bundesamts für Soziales und Integration planten sie ein Sicherheitskonzept, reichten Baugesuche ein und machten Interessensumfragen. Schnell zeigte sich, dass unter jungen Eltern tatsächlich ein Bedürfnis besteht, ihren Nachwuchs auf einer «Bauernhof-Kita» unterzubringen. «Wir merken, dass sich die Eltern mit dem Konzept identifizieren können», stellt Sandra Bigler fest.

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Sicherheit hat Priorität: Wege klar sichtbar absperren

Nun informiert das Kita-Team die Eltern regelmässig über Aktualitäten vom Bauernhof und welches Programm mit den Kindern draussen ansteht. Es stellt sich die Frage, wie gut die Kombination von grossen Landwirtschaftsmaschinen und Kleinkindern funktioniert. Biglers haben dafür ein Sicherheitskonzept und klare Zuständigkeitsbereiche. 

«Wenn ich mit den Kindern draussen bin, muss ich dafür sorgen, dass ich die Kindergruppe im Griff habe. Wenn David mit der Maschine kommt, muss er schauen, dass er seinen Aufgabenbereich im Griff hat. So gibt es keine Missverständnisse – es funktioniert gut», so Sandra Bigler. Im Zweifelsfall würden Wege klar sichtbar abgesperrt werden. Dies sei auch für die Passanten und Velofahrer im Gebiet wichtig. «Dann haben wir Kinderpamir, Leuchtwesten, Gummistiefel und alles im Kleinformat, was es draussen auf einem Bauernhof so braucht», zählt die junge Frau auf.

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Keine Abstriche machen, weder beim Datenschutz noch der Hygiene

Auch hinsichtlich des Datenschutzes fährt die Kitaleiterin eine klare Linie. «Wir sind zwar eine Bauernhof-Kita, aber bei uns läuft alles professionell», betont die Fachfrau. «Da machen wir gar keine Abstriche», so Bigler. Ihr Betrieb sei zudem offiziellen, jährlichen Kontrollen der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) unterstellt, bei denen regelmässig überprüft wird, ob beispielsweise die Hygiene-Standards und eine professionelle Pädagogik eingehalten werden, der Betreuungsschlüssel dem Gesetz entspricht oder ob die Sicherheit der Kinder gewährleistet ist.