Am 27. November findet in Luzern ein nationales Bio-Symposium statt. Dabei wird auch die Zukunft des Biolandbaus beleuchtet. «Luzern ist ein bedeutender Agrarkanton – entsprechend gross ist das Umstellungspotenzial», sagt André Liner zur BauernZeitung. Der Luzerner Aktionsplan Biolandbau sieht entsprechend Grosses vor.

Wieso engagiert sich das Team Aktionsplan Biolandbau Luzern für das kommende nationale Bio-Symposium in Luzern?

André Liner: Eine zentrale Massnahme unseres Aktionsplans ist es, den Biolandbau im Kanton Luzern sichtbarer zu machen und ein starkes regionales Netzwerk aufzubauen. Mit dem nationalen Bio-Symposium in Luzern schaffen wir dafür eine ideale Bühne. Uns ist es gelungen, den Anlass von Bern nach Luzern zu holen und die thematische Ausrichtung aktiv mitzugestalten. Das diesjährige Thema «Von der Nische zum Mainstream – Strategien für mehr Bio» passt hervorragend zu unseren kantonalen Zielen: Wir wollen biologische Landwirtschaft breiter verankern, Akteure vernetzen und Impulse für eine erfolgreiche Weiterentwicklung setzen – vom Feld bis zum Teller.

Wo steht der Luzerner Aktionsplan Biolandbau heute? Was wurde mit welchen Massnahmen schon erreicht, was ist noch vorgesehen?

Wir arbeiten in vielen Bereichen mit dem Ziel, den Absatz zu fördern und den Biolandbau zu einer attraktiven Produktionsform zu machen. Wir konnten zum Beispiel den Kanton als Vorbild in der nachhaltigen Gastronomie in die Pflicht nehmen. Auch das Interesse an der Bio-Milchproduktion ist gestiegen. Durch die Förderung von mehreren innovativen Projekten im Bereich Verarbeitung und Handel können wir kleine Schritte machen, um die Wertschöpfung zu erhöhen.

Abo Der aktuelle Bio-Luzern-Vorstand mit den Co-Präsidenten Toni Büchler und Christian Galliker (4. und 5. von links). Bio Luzern Co-Präsidium führt zukünftig die Luzerner Biobauern Monday, 4. March 2024 Wir wollen nach dem Vorbild anderer europäischer Länder eine Bio-Region im Kanton Luzern aufbauen. Mit einem Wettbewerb wollen wir die Regionen mit den besten Konzepten zur Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und vielfältiger Vermarktungswege für biologisch produzierte Lebensmittel ausfindig machen. Jede Region hat engagierte Menschen. Es lohnt sich, diese zusammenzubringen, Projekte gemeinsam voranzutreiben und dann von den Synergien zu profitieren.

Wie stufen Sie das Potenzial zur Umstellung auf Biolandbau im Kanton Luzern ein, zumal der Anteil derzeit noch unterdurchschnittlich ist?

Luzern ist ein bedeutender Agrarkanton – entsprechend gross ist das Umstellungspotenzial. Trotz hoher Anteile tierintensiver Betriebe und der Schweineproduktion, die eine Umstellung erschweren, konnte Luzern in den letzten Jahren überdurchschnittlich viele neue Bio-Betriebe gewinnen. Das Ziel ist, dass bis ins Jahr 2027 15 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Kanton biologisch bewirtschaftet werden. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Landwirtschaft und zur Positionierung Luzerns als innovativer Agrarkanton.

Bio scheint derzeit eher etwas zu stagnieren, Regionalität wird für viele Leute als entscheidender betrachtet. Wieso sollen Luzerner Bauern auf Bio umstellen?

Wir sind überzeugt, dass der Biomarkt langfristig weiter wächst, wenn auch mit moderaten Zuwachsraten. Diese Einschätzung teilen unsere Partner aus Verarbeitung und Handel. Wer früh umstellt, kann von dieser Entwicklung profitieren. Wichtig: Bio und Regionalität ergänzen sich ideal. Luzerner Bioprodukte stehen für Herkunft und hohe Standards, das schafft klare Mehrwerte. Wir möchten sicherstellen, dass die Luzerner Landwirtschaft an dieser Entwicklung teilhat und sich erfolgreich in einem zukunftsfähigen Markt positioniert.

Welche Tipps geben Sie interessierten Bäuerinnen und Bauern, die ihren Betrieb auf Bio umstellen möchten?

Zuerst den Biolandbau ausprobieren, das heisst unter Bio-Bedingungen den Betrieb, respektive einzelne Betriebszweige, zu bewirtschaften. Aber auch der Austausch mit erfahrenen Bio-Produzenten ist aufschlussreich. Nicht zuletzt empfehlen wir eine ganzheitliche Bioberatung von unserer Seite.