Michael Rolli ist im Schuss, aber ein Telefonat mit der BauernZeitung liegt trotzdem drin. Rolli ist angehender Landwirt und Medienchef des berühmten Rüttifests. Alle Jahre wieder steigt im Februar auf dem Gelände des Lohnunternehmers Wyss in Ittigen BE eine grosse «Chiubi» unter dem kalten Nachthimmel.

Am 13. und 14. Februar gibt es zwei Nächte lang DJs, Barbetrieb und gute Gesellschaft. Mit einem Organisationskomitee, bestehend aus 15 angehenden Landwirten und Landwirtinnen, stellen junge Leute ein beachtliches Fest für 2500 Besucher und Besucherinnen auf die Beine – und das in ihrer Freizeit und ohne viel Erfahrung. Der Winterblock der Lernenden aus dem 3. Lehrjahr bietet sich an, sich gleich nach der Schule für Sitzungen zu treffen, wie Michael Rolli sagt.

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«Es ist schon eine intensive Zeit, aber es kommt gut»

Am Montag beginnt der Aufbau, am Mittwoch soll er abgeschlossen sein. Es ist ein kompaktes Programm für die jungen Leute, die alle mitten in der Ausbildung stecken. «Es ist schon eine intensive Zeit, aber es kommt gut», erzählt der aufgestellte Berner Michael Rolli. Für das Rüttifest ist er Medienchef. Die Verteilung der Ämter sei relativ reibungslos verlaufen, sagt er. Am Treffen im Herbst, wo die vorherigen OK-Mitglieder anwesend waren, wurden die zu besetzenden Funktionen direkt nach Interessensgebiet verteilt. «Wir sind eine gute Runde, da hat niemand den ‹Anschiss›», so Rolli.

«Die Jobs hinter der Bar waren natürlich sehr schnell vergeben»

Das OK ist also motiviert. Wie sieht es bei den Helferinnen und Helfern aus? «Da braucht es Stand heute noch Leute in der Küche und auf den Parkplätzen. Die Jobs hinter der Bar waren natürlich sehr schnell vergeben», sagt Michael Rolli mit einem Schmunzeln.

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Jetzt kommt es «hart auf hart»

Was treibt denn die junge Generation an, in der Freizeit ein solches Fest zu organisieren? «Wir gehen alle gerne an Feste, deshalb wollen wir jetzt auch etwas zurückgeben», sagt der Medienchef. Neben der Schule gehe das gerade ganz gut, meint er – obwohl jetzt alles «hart auf hart» komme. Der angehende Landwirt sieht auch einen Nutzen für die Zukunft: Wenn man schon mal in einem OK tätig war, weiss man auch gleich, was es dazu alles braucht.

Wie geht es der heranwachsenden Generation?

Auf die Frage, wie es der heranwachsenden Generation geht, die in einigen Jahren die Verantwortung der Schweizer Landwirtschaftsbetriebe übernimmt, findet Michael Rolli auch klare Worte. «Wir sprechen schon über die Zukunft, und in all diesen Krisen wird es sicher auch nicht gerade einfacher», so der junge Mann. Aber für ihn reiche der Zeithorizont momentan nicht viel weiter als bis nach dem Fest und nach dem Lehrabschluss.

Und was kommt danach? Nach Rüttifest und nach dem Lehrabschluss im Sommer?

«Ich gehe dann einmal in meine zweite Heimat nach Australien und will dort auf einem Ackerbaubetrieb und einer Rinderfarm arbeiten. Danach schauen wir, wie es weitergeht.»

Hier findest du mehr Infos zum Rüttifest: https://ventrix.ch/ruetti-fest/