2024 war pflanzenbaulich ein sehr schwieriges Jahr. 2025 war den Ackerbauern mehr gewogen. Zeit für eine positive Rückschau mit der Kartoffel im Fokus.
1. Mehr Ruhe auf dem Frühkartoffelmarkt
Das Kartoffeljahr startet stets mit den zartesten Knollen im gedeckten Anbau. 2025 sei die Frühkartoffelkampagne erfreulich verlaufen, so die Bilanz von Swisspatat im Herbst. Heuer wurde ein neues Richtpreismodell umgesetzt, dank dem Richtpreise für Frühkartoffeln bereits zu Saisonbeginn für die ganze Kampagne feststanden. «Die beteiligten Marktakteure zeigen sich zufrieden mit dem neuen Preismodell», teilte Swisspatat mit. Es verbessere die Planbarkeit und habe mehr Ruhe in den Markt gebracht. Daher soll das System auch 2026 zum Einsatz kommen.
2. Eine Grossernte mit Qualität
Im Oktober machte die heurige «Kartoffelschwemme» so richtig Schlagzeilen. Es war die Rede von einwandfreien Knollen, die verfüttert würden oder in Biogasanlagen landeten. Branchenvertreter relativierten diese überspitzen Aussagen der Publikumspresse gegenüber der BauernZeitung. Die Qualität sei zwar unterschiedlich, es bleibe aber keine Knolle im Boden und grundsätzlich falle die Ernte in allen Regionen erfreulich aus. Wegen tiefem Stärkegehalt oder starkem Drahtwurmbefall gab es dennoch grössere Posten, die abgewiesen wurden. Wer seine Kartoffeln nicht abgeben kann und verfüttert, erhält dafür 2025 aber immerhin 20 Franken je 100 kg Speiseanteil aus dem solidarisch geäufneten Verwertungsfonds als Entschädigung.
3. Mehr Toleranz beim Stärkegehalt
Die Verarbeitungskartoffeln weisen 2025 zum Teil knappe Stärke- und Backtests auf. Im August teilte die Branchenorganisation Swisspatat mit, dass sich Vertreter von Industrie und Produktion auf eine Anpassung der Übernahmebedingungen geeinigt hätten. So wurden heuer neben Frites- auch Chips-Kartoffeln mit reduziertem Stärkegehalt angenommen. Die erfreulichen Erntemengen und diese Lockerungen führten zu vollen Kartoffellagern: rund 220'000 t Knollen waren es laut Bundesamt für Landwirtschaft im Oktober – gut 50'000 t mehr als im Vorjahr.
4. Das Gute an der Paloxen-Geschichte
Es gab viele Knollen zu ernten und einzulagern. Dem Vernehmen nach waren es mancherorts für die verfügbare Paloxenmenge zu viele. Den Firmen sei ein Fehler unterlaufen, fasste Niklaus Ramseyer, Präsident der Schweizerischen Kartoffelproduzenten (VSKP) gegenüber der BauernZeitung zusammen. Das dürfe sich nicht wiederholen und zum Teil seien Wartezeiten entstanden. Alles in allem zeichnete Ramseyer aber kein dramatisches Bild. Eine gewisse Unbekannte ist aktuell noch die Fäulnis am Lager. Doch es steht fest, dass in der Branche 2025 ausgiebig über Paloxen gesprochen worden ist. Das erhöht die Chance, dass für die nächste Grossernte genügend Gebinde zur Verfügung gestellt werden können. Aus Fehlern kann man schliesslich lernen.
5. Die Aussichten stimmen positiv
Niemand kann voraussagen, welche Anbaubedingungen und Witterung das Jahr 2026 bringen wird. Aber die Rahmenbedingungen sehen im Grossen und Ganzen positiv aus für die Kartoffelproduzent(innen). So setzt die Branche bei den Preisen auf Kontinuität, die Preisbänder bleiben unverändert. Mit geringen Änderungen werden die eingeführten Lockerungen für die Veredelungskartoffeln beibehalten. Auf der Liste empfohlener Sorten für 2026 ist die Auswahl robuster Knollen gewachsen. 2025 ist indes auch den Pflanzkartoffeln gut bekommen und Niklaus Ramseyer ruft dazu auf, einheimischem Pflanzgut den Vorzug zu geben. Neue Sorten sollten langsam aufgebaut werden, sagt Adrian Krähenbühl, Semag. Er rät, nicht zu grosse Risiken mit grossen Flächen einzugehen.

