Schon unsere Grossmütter erfreuten sich an ihnen: Rote Nelken stehen traditionell für Liebe, Leidenschaft und Bewunderung und werden ähnlich wie Rosen verschenkt. Gleichzeitig besitzen sie politische Symbolkraft: als historisches Zeichen der Arbeiterbewegung, des 1. Mai und der Nelkenrevolution 1974 in Portugal.

Neben den klassischen Wildformen gibt es zahlreiche Hybrid- und Zuchtsorten, die sich in Blütenfarbe, Höhe, Duft und Blühdauer unterscheiden. Durch gezielte Kreuzungen entstanden Sorten, die robuster, farbenfroher und länger blühend sind, ideal für Balkon, Terrasse oder Garten. Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Stecklinge. Während die Aussaat Vielfalt schafft, sichern Stecklinge den Erhalt bestimmter Eigenschaften. Besonders gefragt sind heute Sorten, die pflegeleicht, nachhaltig und insektenfreundlich sind oder sich durch lange Blühdauer, Duft und gute Topfeignung auszeichnen.

Einheimische Nelken sind robust

Nicht wenige Nelkenarten sind einheimisch. Die Vorteile liegen auf der Hand: Einheimische Pflanzen sind robust, pflegeleicht, trockenheitsverträglich und tragen zur Biodiversität bei. Die Blüten werden gerne von Bienen, Schmetterlingen und anderen bestäubenden Insekten besucht. Viele einheimische Nelken eignen sich für Steingärten, Trockenrasen und naturnahe Gärten. Dianthus sind eher zierlich und filigran, die Begleitstauden sollten nicht allzu dominant sein. Für den naturnahen Garten eignen sich unter anderem folgende Arten:

Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum): Die filigrane, aber robuste Wildblume mit leuchtend pink-violetten Blüten wird 30 bis 60 cm hoch. Sie blüht von Juni bis September. Sie bevorzugt sonnige, magere Böden, ist ökologisch wertvoll für Bienen und Schmetterlinge und eignet sich ideal für Steingärten und naturnahe Flächen.

Pracht-Nelke (Dianthus superbus): Mit stark gefransten, duftenden Blüten in Rosa- bis Violetttönen ist die Pracht-Nelke ein Blickfang auf nährstoffarmen Wiesen und in Gärten. Sie blüht von Juni bis September, lockt zahlreiche Insekten an und steht in manchen Regionen unter Schutz.

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Heide-Nelke (Dianthus deltoides): Die nur 10 bis 30 cm grosse Wildblume mit pink- bis karminroten Blüten eignet sich dank teppichbildendem Wuchs bestens als Bodendecker. Anspruchslos, trockenheitsverträglich und insektenfreundlich bringt sie Farbe in Wildblumenwiesen und naturnahe Gärten.

Feder-Nelke (Dianthus plumarius): Mit gefransten Blüten in Rosa-, Weiss- und Rottönen sowie intensivem Duft ist die Feder-Nelke eine der ältesten Kulturpflanzen Europas. Sie bildet immergrüne Polster bis 50 cm Höhe und eignet sich als Schnittblume wie auch für Steingärten.

Sand-Nelke (Dianthus arenarius): Die mehrjährige, trockenheitsverträgliche Nelke trägt von Juni bis August fein gefranste, weisse Blüten mit zartem Duft. Anspruchslos und pflegeleicht bereichert sie Steppenbeete und naturnahe Pflanzungen und bietet Insekten wertvollen Nektar.

In Pflanzschalen, als Tischdeko und kombiniert ein Hingucker

Gerade im Frühlingssortiment punkten kompakte Nelken-Sorten durch ihre Vielseitigkeit: Sie lassen sich hervorragend in Gefässe oder Pflanzschalen setzen. Auch als Tischdeko auf dem Gartentisch oder beim Brunch im Grünen sind sie echte Hingucker. In Kombination mit Blumenzwiebeln oder kleinen Stauden ergeben sich charmante Mini-Arrangements, die den Frühling in Szene setzen. Nelken sind zudem beliebte, nachhaltige Geschenke zu besonderen Anlässen.